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Aktuelle Ausgabe 03/2018

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01/2011
  • Nachhaltige Fruchtfolgen funktionieren kaum ohne Sommerungen: Diese verringern die Vergrasung, Schädlinge und Krankheitsrisiken in engen Rotationen. Mais und Sommerweizen sind auf den ersten Blick ökonomisch die Favoriten 2011. Extensivfrüchte wie Braugerste und Hafer verlieren seit Jahren an Boden, ermöglichen gerade deshalb jedoch bei knapper Versorgung mehr „Preisphantasie“.
  • Oberfranken mit seiner weltweit einmaligen Vielzahl von Brauereien und Mälzereien war seit jeher ein Schwerpunkt des bayerischen Braugerstenanbaus. Mit einem Anteil von über 60% ist Marthe die führende Sorte. Bei der traditionellen  Braugerstenschau in Kulmbach  2010 wurde Thomas Kraus aus Steinfeld (Fränkische Schweiz) Bezirkssieger und erreichte mit Marthe die Höchstpunktzahl im Landkreis Bamberg. praxisnah sprach mit ihm über seine Erfolgsstrategie: angepasste Düngung und Pflanzenschutz, antizyklisches Marktverhalten, konsequente Qualitätssicherung.
  • Was für eine Schlammschlacht! Für viele Maisanbauer, die späte Sorten gewählt hatten, ging im Herbst einfach nichts voran. Der Mais kam zu spät vom Feld und folglich wurde auch die Aussaat der Folgefrucht in Mitleidenschaft gezogen. Das Erntezeitfenster ist daher ein wichtiges Argument für die Auswahl (auch) früher Sorten zur Absicherung der Silomaisernte. So kann man das Risiko innerhalb der Silomaisernte deutlich reduzieren.  
  • Ihringen am Fuße des Kaiserstuhls liegt mitten in der sonnenreichsten Region Deutschlands. Dominik Gerber bewirtschaftet dort in der Region einen großen Ackerbaubetrieb, der sich auf den Anbau von Mono-Körnermais für die Stärkeindustrie spezialisiert hat. Im Gespräch mit praxisnah spricht er über das Ausnahmejahr 2010 und über die Folgen des Maiswurzelbohrers. Karl-Heinz Kolbinger, der im Lohn jährlich ca. 300 Hektar drischt, spricht mit praxisnah über seine Strategien der Druschoptimierung.  
  • Die Aussaat der Winterkulturen im Herbst 2010 war in den meisten Regionen sehr schwierig. Die vielerorts verzögerte Ernte führte dazu, dass Vorfrüchte die Flächen nicht geräumt haben und eine angemessene Bodenbearbeitung und Aussaat erschwert wurden. Zwei Drittel der Winterrapsaussaat konnte daher erst nach dem 1. September erfolgen oder war gar nicht mehr möglich. Viele schwach entwickelte Rapsbeständewerden den Winter nicht überstehen.Daher gewinnt im Frühjahr 2011der Sommerraps an Bedeutung und stellt eine gute Alternative zum Winterraps dar.
  • In Anbetracht der Fruchtfolge- und Erosionsprobleme eines zu engen Biogas-Maisanbaus stellt sich die Frage nach ökologisch tragfähigen und gleichzeitig wirtschaftlichen Alternativen. Dazu wurde an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) 2007 ein Feldversuch angelegt. Werden positive Effekte einer erweiterten Fruchtfolge (z.B. geringerer Krankheitsdruck, bessere Bodenstruktur) monetär NICHT bewertet, ist Monomaisanbau nicht zu toppen. Anders sähe es allerdings aus, würde eine solche Bewertung stattfinden.
  • Für viele der 120 Interessierten in Brokenlande/Schleswig-Holstein war dies eine Premiere: Zum ersten Mal sahen sie eine Rodung von Gehaltsrüben. Denn die Gehalts- oder Futterrübe als Futterpflanze ist dem Mais gewichen und weitgehend in Vergessenheit geraten. Viele glauben, dass keine moderne Rodetechnik einsetzbar wäre. Dass diese Einschätzung nicht mehr der Realität entspricht, wurde auf dieser Gemeinschaftsveranstaltung der SAATEN-UNION und THYREGOD, einem dänischen Hersteller von Rübenrodern, klar.
  • Die Fruchtfolge Wintergerste – Zuckerrübe – Kartoffel ist in Deutschland eher ungewöhnlich, denn ein sehr hoher Anteil an Hackfrüchten birgt immer ein hohes phytosanitäres Risiko. Peter Hinze, Landwirt aus Neu Wulmstorf bei Hamburg baut seit zehn Jahren Kartoffeln nach Zuckerrüben an und demonstriert: Mit Ölrettich nach Wintergerste zur Nematodenbekämpfung kann eine solche Fruchtfolge hoch wirtschaftlich sein.  
  • Seit langem ist bekannt, dass es neben den sommeranuellen Sorten der Gattung Pisum auch sehr winterharte Formen gibt. Da diese die Winterfeuchtigkeit besser ausnutzen können, wurde begonnen, die gute Agronomie der Körnererbsen mit ausreichender Winterhärte züchterisch zu kombinieren. Nach über 15 Jahren systematischer Zuchtarbeit stehen jetzt Sorten zur Verfügung, die besonders auf sommertrockenen Standorten eine echte Alternative darstellen.  
  • Backweizen ist zweigleisig zu produzieren: Zum größten Teil mit ertragsbetonten Sorten, die ressourcenschonend bereits bei geringeren Proteingehalten hohe Backqualitäten erreichen. Gleichzeitig gibt es einen begrenzten, jedoch wachsenden Markt für Exporte und Spezialmehle – gefragt sind dort Elitequalitäten mit Kleberwerten deutlich über 30% und Proteingehalten ab 14%.
  • Seit einigen Jahren dominiert der Anbau von Hybriden den deutschen Rapsanbau. Zur Ernte 2010 ist ihr Anteil auf 65 % gestiegen,auf nunmehr fast 950.000 ha .Eine Umfrage des marktforschungsinstituts Kleffmann klärt, welche Rolle dabei Praxiserfahrungen der Landwirte spielen.