Aktuelle Ausgabe 04/2018

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Hochleistungskühe brauchen 1A-Silagen – Futterqualität ist darum ein vorrangiges Zuchtziel bei der Selektion neuer Maissorten. Doch die Bestimmung der Qualitätskriterien im Labor ist langwierig und teuer. Mit der mobilen Nahinfrarotspektrometrie (NIRS) beschreitet die Südwestsaat GbR ganz neue Wege, was nicht zuletzt dem Landwirt zugute kommt, der leistungsfähige Sorten schneller zur Verfügung gestellt bekommt. Ein Gespräch mit dem Maiszüchter Dr. Frank K. Röber.

Seit 2003 entwickelt die Südwestsaat GbR gemeinsam mit der Gemeinschaft zur Förderung der deutschen Pflanzenzüchtung e.V. und der Universität Hohenheim die NIRS-Methode. Bis zum Routineeinsatz zur Ernte 2007 wird noch viel getestet und kalibriert.
Seit 2003 entwickelt die Südwestsaat GbR gemeinsam mit der Gemeinschaft zur Förderung der deutschen Pflanzenzüchtung e.V. und der Universität Hohenheim die NIRS-Methode. Bis zum Routineeinsatz zur Ernte 2007 wird noch viel getestet und kalibriert.
Herr Dr. Röber, warum investieren Sie in NIRS-Analytik?
NIRS ist eine innovative Technik, mit deren Hilfe sind Züchtungsprozesse rationeller und ökonomischer. Das ist für uns als Züchter natürlich hochinteressant. Zum einen ist mit NIRS die Erhebung der Qualitätsparameter kosteneffizienter, gleichzeitig stehen die Daten 4 – 6 Wochen schneller für die Selektionsentscheidungen zur Verfügung – eine enorme Zeitersparnis! Von dieser höheren Schlagkraft profitiert auch der Landwirt – der Züchtungsprozess wird zielgerichteter.

Wie funktioniert die mobile NIRS-Qualitätsanalyse praktisch?
Die NIRS-Technik im Feld arbeitet mit optischen Messmethoden und diese sind im Gegensatz zur herkömmlichen Vorgehensweise nicht an das Labor gebunden. Damit kann die Qualitätsuntersuchung schon bei der Ernte der Versuchsparzellen direkt auf dem Feld stattfinden! Während das Erntegut durch den Häckslerkrümmer fliegt, erfasst ein Spektrometer durch eine spezielle, eingebaute Glasscheibe die Spektren des Ernteguts. Diese Spektren (Abb.1) sind typisch für bestimmte Inhaltsstoffe und geben so Auskunft über deren Zusammensetzung.

Wie präzise sind solche Messungen?
Obwohl die Spektrenaufnahme mit hoher Geschwindigkeit abläuft, ist sie äußerst zuverlässig. Denn es wird praktisch das Erntegut der gesamten Parzelle erfasst und gemessen. Die Notwendigkeit einer repräsentativen Probenahme - die beim Silomais auf Grund der heterogenen Zusammensetzung des Ernteprodukts so problematisch ist - entfällt. Außerdem ermöglicht die höhere Schlagkraft die Ernte von mehr Parzellen zum optimalen Zeitpunkt - dadurch verbessern sich Präzision und Aussagekraft der Versuchsergebnisse.

Abb.1: NIRS Multifile mit Körnermaisspektren
Abb.1: NIRS Multifile mit Körnermaisspektren
Es gibt unzählige Maissorten, aber nur wenige überzeugen so, dass sie sich mit nennenswerten Anteilen am Markt platzieren. Wie versuchen Sie Ihre Züchtungsarbeit dem Landwirt zu „verkaufen“?
Wir wollen dem Landwirt helfen, auch in Zukunft Geld im Stall zu verdienen und das kann er neben der entsprechenden Produktions- und Silagetechnik nur mit Sorten, die höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Die KNV-Sorten der SAATEN-UNION sind von uns Züchtern auf Herz und Nieren geprüft. Wir sind zuversichtlich, die mobile NIRS-Technik bald – sowie bisher schon im Körnermais – auch im Silomais routinemäßig einsetzen zu können.

Wir bedanken uns für das Gespräch.

Christine Herbrig

Stand: 01.10.2005