Aktuelle Ausgabe 04/2022

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Als Teil der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung” fand im Rahmen des Dialogforums Primärproduktion im Juni der dritte Durchlauf des Runden Tisches Getreide statt. Bianca Schneider-Häder vom DLG-Fachzentrum Lebensmittel stellt die Impulsvorträge der Onlineveranstaltung vor.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Ordnungsgemäße Lagerung vermeidet Verluste

Verluste im Vor- und Nacherntebereich halten sich zwar in Grenzen, dennoch sieht Maximilian Stork noch Optimierungsbedarf. Im Bereich der Vorernte sollte über bedarfsgerechte Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen der Pflanzenbestand gesund gehalten werden. Mitarbeiterschulungen, Kontrolle der Feuchtigkeit im Getreide, saubere Arbeitsgeräte und die richtige Einstellung und Reinigung des Mähdreschers sind essenziell, um Verluste von Getreide so gering wie möglich zu halten.

Im Nacherntebereich sieht er besonders große Verlustquellen bei der Lagerung.

Hier thematisierte der Referent 5 wesentliche Punkte:

  • gründliche Reinigung des Lagers vor der Befüllung
  • In Hallenflachlagern besteht ein hohes Risiko von Schadtierbefall.
  • geeignetes Material der Lagerstätte (kein Holz)
  • ordnungsgemäße Vorreinigung des Erntegutes
  • regelmäßige Kontrolle von Feuchtigkeit und Temperatur im Schüttgut und der Umgebungsluft

Marktentwicklung und Ökonomie: Die ganze Fruchtfolge im Blick behalten!

Über die „Verschiebung auf den Getreidemärkten“ informierte Andreas Lieke in seinem Impulsvortrag. Er skizzierte Wege, wie Ökonomie und Ökologie geschickt vereint werden können, um Betriebe in den Bereichen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit positiv weiterzuentwickeln.

„In die ökonomische Bewertung muss immer der Deckungsbeitrag der gesamten Furchtfolge berücksichtigt werden“, so Lieke. Die Nachfrage nach Umweltleistungen steige durch die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union stark an. Lieke empfiehlt vor allem Flächen zu identifizieren, auf denen ein geringer Deckungsbeitrag zu erwarten ist. „Landwirte benötigen heute ein großes vielfältiges Wissen über Märkte, Marktentwicklungen, Anbauverfahren und vor allem über ihre eigenen Flächen!“

In der anschließenden Diskussion kam die Frage auf, ob es angesichts der aktuellen politischen Lage und des weltweit zunehmenden Hungers in Europa nicht zu einer Neubewertung der Ökologisierung zugunsten der Ernährungssicherung kommen muss – eine Frage, auf die die Politik eine tragfähige Antwort finden muss.


Stand: 13.10.2022