Aktuelle Ausgabe 03/2021

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In der Ausgabe 04/2020 wurden die Ertragsergebnisse einer im Jahr 2019/2020 neu initiierten Leistungsprüfung für Hybridweizen „Sonderprüfung Hybridweizen“ vorgestellt. Ertraglich waren die Hybridsorten der neuen Generation SU Hyvega und SU Hymalaya der leistungsstarken Referenzgruppe aus Linienweizen deutlich überlegen. Doch wie schlugen sie bei Qualität und Wirtschaftlichkeit unter Einbeziehung der Düngungsrestriktion der „Roten Gebiete“?

Schnell gelesen (Kurzfassung):

 

In der neuen Hybridweizen-Leistungsprüfung wurden fünf Hybriden mit zwei unterschiedlichen Saatstärken 100 und 150 Körner/m² gegenüber den Referenzsorten (Populationsweizen) mit 270 Körner/m² geprüft.

Ertrag: Die Sorten SU Hyvega und SU Hymalaya waren über die acht Prüfstandorte in beiden Aussaatstärken gesehen die ertragsstärksten Weizensorten (Tab. 1). Gerade in den „Roten Gebieten“ wird es auf den Ertrag ankommen, um möglicherweise die durch die reduzierte Stickstoffdüngung sinkenden Rohproteingehalte wirtschaftlich zu kompensieren.

Rohproteingehalt: Im Durschnitt waren die Hybriden auf demselben Rohproteingehaltsniveau wie die Referenzsorten.

Tausendkornmasse: Eine weitere wichtige Größe bei der Ertragsbildung ist die Tausendkornmasse (TKM). Die Fähigkeit zur Bildung einer hohen TKM ist sortenabhängig und kann in Trockenjahren, in denen häufig geringe Bestandesdichten ausgebildet werden, für die Ertragssicherung ganz entscheidend sein.

Im Versuch zeigte sich diese Sortenabhängigkeit deutlich: Informer zum Beispiel realisierte eine hohe TKM, die im Versuch konstant bei ca. 50 g lag (Tab. 3). Dieses Niveau konnten die Sorten SU Hyvega, SU Hypatia und SU Hyleya zwar nicht erreichen, lagen aber über Asory und RGT Reform.

Hektolitergewicht zur Beschreibung der Kornqualität: Die höchsten Hektolitergewichte erbrachten SU Hyvega und die beiden Referenzsorten RGT Reform sowie Asory.

 

Werden die für das Saatgut anfallenden Saatgutkosten durch Mehrerträge ausgeglichen?

Sowohl SU Hyvega als auch SU Hymalaya haben in beiden Saatstärken eine höhere Marktleistung erbracht als die Referenzsorten. Unter Annahme von 90 €/ha Saatgutkosten für Linienweizen (= Referenzsorten) und anfallenden Saatgutkosten von 135 bzw. 202 €/ha bei 100 bzw. 150 Kö/m² für die Hybriden ergeben sich Mehrkosten von 45 € bzw. 112 €/ha. Diese Mehrkosten konnte SU Hyvega decken, SU Hymalaya konnte nach Bereinigung durch die Saatgutmehrkosten nicht mehr ganz an die Marktleistung von Asory heranreichen. Eine höhere Saatstärke rechnete sich in keinem Fall.

Fazit:

Hybridweizen ist also, wenn man Saatstärken, Saatzeitpunkt, Düngung und Wachstumsreglereinsatz anpasst, eine wirtschaftliche Kultur. Da Hybridweizen Ressourcen effektiv nutzt, ist er mit Blick auf die kommenden politischen Herausforderungen, aber auch auf den Klimawandel eine überaus interessante Kultur. Er kann die Produktionseffizienz steigern und den Ressourceneinsatz reduzieren.


Stand: 06.05.2021