Aktuelle Ausgabe 04/2020

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In den bisherigen offiziellen Sortenprüfungen wurden Hybridweizenbestände so geführt wie die mitgeprüften Liniensorten. Zwar brachten Hybridweizen deutliche Mehrerträge, blieben aber unter ihren Möglichkeiten. Die Ökonomie war daher oft nicht gegeben.

Die SAATEN-UNION, Europas führender Anbieter für Hybridweizen, rief daher die „Sonderprüfung Hybridweizen“ ins Leben, in der Hybridweizen und Linienweizen sortenspezifisch angepasst verglichen werden.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

In dem Versuch wurden die agronomischen Parameter wie Aussaatstärke und -zeitpunkt, Düngung und Pflanzenschutz angepasst. Die Qualität der Prüfstandorte reichte von lehmigem Sand (Lübesse) bis zu schluffigem Lehm (Gülzow).

Ergebnisse in Kürze: Auf Standorten mit guter Bodenqualität und ausreichender Wasserverfügbarkeit (Grünseiboldsdorf) ist eine Ertragsüberlegenheit nur bei für diesen Standort frühem Saatzeitpunkt gegeben. Bei dem späteren Saatzeitpunkt Mitte Oktober gehen diese Bestände zu „dünn“ in den Winter und können die Karte „ober- und unterirdische Wüchsigkeit“ nicht mehr ausspielen.

Völlig anders das Bild auf leichten Standorten mit knappen Wasserreserven wie z. B. Lübesse und Gülzow. Hier lagen die Erträge zwischen 105 rel. (Asur 5873, 100 Kö/m²) und 125,8 rel. (Lübesse, Hyvega 150 Kö/m2). Von Züchterseite werden Hybridweizen seit jeher schwerpunktmäßig für die Weizengrenzstandorte empfohlen.

Ihr besseres Wurzelwachstum und die damit verbundene Fähigkeit, besonders gut mit Wassermangel klarzukommen, bringt auf Standorten mit guter Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit wenig Vorteile – die ökonomisch notwendigen Mehrerträge bleiben aus. Anders verhält es sich auf Standorten, wo schon früh das Wasser fehlt und damit auch die Nährstoffverfügbarkeit eingeschränkt ist.

Reichen 100 Körner pro Quadratmeter?

Diese ersten Ergebnissen lassen vermuten, dass höhere Saatstärken allenfalls optisch im Herbst beruhigen, ökonomisch aber selten etwas bringen. Eine entsprechend angepasste Bestandesführung vorausgesetzt, kommt man bei der Mehrzahl der Sorten und Standorte mit 100 Kö/m² bei ortsüblichen Aussaatterminen aus.

Die Sonderprüfung hat deutlich gemacht, dass das volle Ertragspotenzial des Hybridweizens nur bei angepasster Bestandesführung ausgeschöpft werden kann. Und sie hat gezeigt, dass Hybridweizen auch auf mittleren bis guten Weizenstandorten, im Gegensatz zu früher, ökonomische Mehrerträge generieren kann.


Stand: 14.10.2020