Aktuelle Ausgabe 01/2020

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Noch ist der langjährige Ertragstrend positiv. Doch nach mehreren durchwachsenen Ernten und zunehmenden Anbaurestriktionen wachsen die Zweifel: Haben wir die Grenzen des Wachstums erreicht? Ist Ertrag zukünftig überhaupt noch der richtige Erfolgsbegriff? Und welche Wachstumstreiber bestimmen die Zukunft? Sven Böse hat dazu eine Meinung.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Pflanzenbau steht nach dessen „Industrialisierung“ nun vor seiner „Biologisierung“. Dies ist aber nicht gleichzusetzen mit „Extensivierung“, denn dabei geht es um mehr Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschutz, biologische Regulation und genetische Diversität. Diese Transformation verunsichert, verändert sich doch mit dem Handlungsrahmen auch die bisher gelebte „gute fachliche Praxis“. Niedergangszenarien sind daraus jedoch nicht abzuleiten! Diese liegen meist falsch, weil sie Anpassungsmöglichkeitenund technische Innovationen unterschätzen.

Die weitere Ertragsentwicklung ist nicht Schicksal, sondern das Resultat positiver wie negativer Wirkungsgrößen, die teilweise zu beeinflussen sind, wie der Text ausführt.

Noch ist nicht absehbar, wie stark Klimawandel und Anbaurestriktionen die Erträge beeinträchtigen – hier überwiegt gerade im Hinblick auf die „Rote Gebiete“ Pessimismus. Entscheidend ist am Ende, ob im Vergleich dazu der biologischtechnische Fortschritt – und damit die Faktorproduktivität – größer oder kleiner ist. Da jedoch ist mit Blick auf die Entwicklungen in den Zuchtgärten, Werkstätten und Laboren eher Optimismus angebracht.

Züchterische Innovationen in Verbindung mit digital optimierten Anbauprozessen können dazu beitragen, die Erträge auf hohem Niveau zu stabilisieren bzw. sogar weiter zu steigern! Bedingung dafür sind große Entwicklungsanstrengungen, angestoßen durch entsprechenden Handlungsdruck. So betrachtet ist die gegenwärtige Umbruchstimmung womöglich sogar Voraussetzung für einen „biologisierten“ und dabei doch hochproduktiven Pflanzenbau der Zukunft.


Stand: 18.12.2019