Aktuelle Ausgabe 02/2019

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Viele sehen in den zunehmenden agrarpolitischen Vorgaben und den gesellschaftlichen Forderungen an die Landwirtschaft in erster Linie Einschränkungen in ihrem beruflichen Handeln. Herwart v. d. Decken, Landwirt aus Freiburg/Elbe, sieht darin jedoch nicht nur Probleme, sondern auch eine Chance, Dinge neu zu strukturieren und so seinen Betrieb zu optimieren.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der landwirtschaftliche Betrieb Rutenstein liegt im Marschgürtel im klimatischen Einflussbereich der Nordsee. Hier sind die Niederschläge in der Regel ausreichend (Ausnahme 2018), die Böden schwer („Minutenböden“) und die Erträge im bundesweiten Vergleich hoch. Der hier vorherrschende tonige Lehm hat eine hervorragende Speicherkapazität, ist aber bei Nässe und auch bei Trockenheit schwer zu bearbeiten. Umso wichtiger sind daher hohe Humus- und Kalkgehalte, die für eine günstige Lagerungsdichte sorgen und damit die Bearbeitbarkeit entscheidend verbessern. Das hohe Potenzial der schwierigen Böden muss also erhalten werden - mit engen Getreidefruchtfolgen ist dies langfristig nicht möglich.


Auf dem viehlosen Betrieb Rutenstein setzt man auf weite Fruchtfolgen in Kombination mit Zwischenfrüchten. Hauptkulturen sind Winterraps, Winterweizen, Wintergerste, Sommerbraugerste, Zuckerrüben, Ackergras und Mais.

Problemflächen wurden erfolgreich mit Mischungen Granoleg und Granopur „saniert“. Beide als Hautkultur geführten Mischungen hatten folgende Vorteile:

  • Wüchsig und unkrautunterdrückend
  • Für dieses Klima optimale Zusammensetzung
  • Gute Durchwurzelung, sehr gute Bodengare
  • Gute GPS-Erträge (für Biogasnutzung) trotz später Aussaat

Darüber hinaus setzt v. d. Decken auf ein Höchstmaß an Flexibilität, um z. B. auf extreme Witterung so reagieren zu können, dass dem Betrieb keine Nachteile entstehen: beispielsweise mit einer kurzfristigen Änderung der Fruchtfolge. Diese kurzfristige Umstellung und Anpassung der Fruchtfolge ist seiner Erfahrung nach nicht zwingend ein wirtschaftlicher Nachteil – ganz im Gegenteil: Weite und flexible Fruchtfolgen bringen langfristig mehr Ökonomie. Und sie nehmen den Druck raus: hinsichtlich der Arbeitswirtschaft aber auch hinsichtlich des Anbaurisikos durch z.B. extreme Witterung.

Die Vielzahl an anbauwürdigen Kulturarten und das breite Sortenspektrum innerhalb nahezu jeder Kulturart ermöglicht ein Höchstmaß an Flexibilität.


Stand: 30.04.2019