Aktuelle Ausgabe 01/2019

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Die Folgen der Dürre 2018 sind immer noch spürbar: Die Aussaatfläche des Winterrapses wurde deutlich eingeschränkt, regional haben viele Betriebe im Herbst überhaupt keinen Raps gesät. Einige Raps- und auch Getreideschläge sind so schlecht aufgelaufen, dass sie umgebrochen werden. Ist Sommerraps eine Alternative?

Quelle: RAPOOL-RING
Quelle: RAPOOL-RING
Beim Umbruch solcher Winterungen stellt sich die Frage nach geeigneten Frühjahrsalternativen: Es muss nicht immer Mais sein! Die Rentabilität einer Sommerung darf jedoch nicht mit der von Winterungen verglichen werden, sondern mit einer ebenfalls infrage kommenden Frühjahrskultur. Dabei bietet der Sommerrapsanbau durchaus interessante Perspektiven, die sich in der Regel aus einzelbetrieblichen Überlegungen ergeben:


Sommerraps mit Potenzial

  • In guten Jahren bzw. auf guten Standorten sind durchaus Erträge über 40 dt/ha möglich, im Schnitt liegt der Ertrag jedoch meist bei 20–30 dt/ha.
  • Die Verlagerung der Rapsaussaat ins Frühjahr bedeutet eine erhebliche Arbeitszeitentzerrung sowohl bei der Aussaat als auch bei der Ernte.
  • Sommerraps kommt mit weniger Pflanzenschutz und weniger Düngung aus. Das bietet die Chance auf geringe Nährstoffsalden.
  • Sommerraps erleichtert die Ackerhygiene in getreide- und maislastigen Fruchtfolgen.
  • Sommerraps ist eine hervorragende Bienenweide und eine absolute Bereicherung unserer Agrarlandschaft.

Oft steht der Sommerraps als „Nischenkultur“ auf leichten Schlägen oder wird nur sehr extensiv geführt. Auch auf solchen Grenzstandorten können sehr wohl ansprechende Erträge erreicht werden, es besteht jedoch ein höheres Ertragsrisiko bei Trockenheit. Generell unterscheiden sich die Standortansprüche aber nicht von denen des Winterrapses. Bedeutend ist zudem die Kontrolle des Rapsglanzkäfers als meist wichtigstem Schädling. Das Hauptwachstum und die Reife liegen in den Sommermonaten Mai bis August. Nach der Ernte auf eine gute Ausfallrapsbeseitigung achten!


Sommerraps günstig für den Nährstoffsaldo

Sommerraps kann sehr gut von der Mineralisierung des Bodens profitieren und so auch organische Nährstoffe effizient verwerten. Denn die Hauptwachstumsphase des Sommerrapses liegt ca. 4 bis 8 Wochen später als beim Winterraps.


Sommerraps hat eine deutlich bessere N-Bilanz als Winterraps und entzieht bei einem Ertrag von 30 dt/ha 100 kg N sowie 54 kg P2O5. Wer in seinem betrieblichen N-Saldo höher liegt als gewünscht, kann daher den Sommerraps „auf Entzug“ düngen. Selbst bei ungünstiger Witterung und einem limitierten Ertrag von nur 20 dt/ha würde dann immer noch ein vertretbarer N-Saldo von + 33 kg/ha resultieren. Bei gutem Wachstumsverlauf und Erträgen über 30 dt/ha entstehen dann sogar negative N-Salden.

Fazit

Sommerraps ist vielseitig und auch ökonomisch attraktiv. Zudem hat diese Sommerung einen sehr guten N-Saldo. Vielleicht rückt Sommerraps 2019 ja mehr in den Fokus einiger Betriebe, denn als Nischenkultur ist er eigentlich viel zu schade.

Rainer Kahl

Stand: 14.12.2018