Aktuelle Ausgabe 04/2018

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Winterleguminosen sind eine gute Ergänzung zu den Sommerformen. Durch die längere Vegetationsperiode ist das Ertragspotenzial der Winterungen unter guten Wachstumsbedingungen höher. In welche Regionen passen Winterleguminosen?

Verschiedene Winterhärte­versuche belegen, dass Temperaturen von -15 °C für Winterbohnen und -erbsen die „Schadschwelle“ für die Auswinterung darstellen – mit isolierender Schneeauflage liegen die Temperaturen tiefer. Die Winterhärte ist auch der entscheidende begrenzende Faktor für den Anbau, Schwerpunktmärkte sind daher vorrangig Frankreich (Wintererbsen) und England (Winterackerbohnen). Aber auch in Deutschland gibt es in einigen Regionen bereits langjährige Anbauerfahrungen.


Reinkultur oder Gemengeanbau?

Der Anbau von Wintererbsen erfolgt häufig im Gemenge mit Wintergetreide. Da sich hier die Reifephasen ähneln, ist ein gemeinsamer Drusch gewährleistet und die Ernte kann innerbetrieblich als Futter verwertet werden. Auch zum Einsilieren eignen sich Ganzpflanzensilagen mit Körnererbsen. Sowohl im Gemenge, als auch im Reinkulturanbau ist besonders die frühe Ernte ein Vorteil: Anschließend kann sogar Winterraps, idealerweise pfluglos, bestellt werden. Das Thema Winterhärte und Ertragssicherheit ist bei Wintererbsen vorrangig. Der führende Leguminosenzüchter Deutschlands, die Norddeutsche Pflanzenzucht, hat diese beiden Aspekte in der Züchtungsarbeit ganz nach vorne gestellt. Im vergangenen Jahr wurde die Sorte Dexter in Deutschland zugelassen, ein auf höhere Körnerleistung gezüchteter Typ.

Winterackerbohnen haben andere Vorteile, eine Besonderheit ist die Bestockung von bis zu fünf Nebentrieben. Mit ihr sind verringerte Aussaatstärken von ca. 25 Kö/m² und weitere Reihenabstände für eine bessere Lichtausnutzung möglich. Eine ausreichende, jedoch nicht zu üppige Vorwinterentwicklung (vier bis sechs Blattpaare) bestimmt den Aussaattermin. Grundsätzlich gilt: je weiter nördlich der Standort, desto früher die Aussaat.


Vorauflaufherbizid ist auch bei Greening möglich!

Grundsätzlich ist ein Anbau im Rahmen des Greenings nur ohne Pflanzenschutzmittel erlaubt. Der Zeitraum, auf den sich das Pflanzenschutzverbot erstreckt, beginnt ab dem 1. Januar des Erntejahres.

Die Herbizidbehandlung liegt also vor diesem Termin und ein Vorauflauf-Herbizidmanagement im Herbst ist zulässig, auch wenn der Anbau von Winterleguminosen im Nachgang für das Greening im folgenden Erntejahr genutzt wird1. Der Einsatz von Insek­tiziden und Fungiziden bei Greeningflächen ist jedoch verboten.

Mehr als 30 Jahre war die Sorte Hiverna die einzige in Deutschland zugelassene Winterackerbohnensorte. 2018 wurde die Sorte Augusta vom Bundessortenamt zugelassen, besonders aufgrund ihrer qualitativen Eigenschaften wie hohem Proteingehalt und der guten Standfestigkeit.


Geeignete Regionen für den Winterleguminosenanbau
Geeignete Regionen für den Winterleguminosenanbau
Wo Sojabohnenanbau möglich ist, klappt es auch mit Winterackerbohnen

Winterleguminosen haben ihre Vorzüge vor allem dort, wo mit verstärkter Frühjahrstrockenheit zu rechnen ist und deshalb Sommerungen eventuell zu stark leiden. Grob gesprochen eignen sich die Regionen, in denen Sojaanbau möglich ist, meist auch für den Winterleguminosen-Anbau. Die vom JKI erstellte Übersichtskarte für die Anbaueignung für die Kultur Sojabohnen in Deutschland kann als Orientierung für den Anbau von Wintererbsen und -bohnen dienen (Abb. 1).

 

Jan Böse

 

1 Quelle: BMEL 2018

 


Links zu weiterführenden Beiträgen (Achtung: Die Gültigkeit kann im Laufe von Monaten oder Jahren verloren gehen)

 

Winterleguminosen

Dexter

Fresnel

Hiverna

Augusta

Stand: 04.07.2018