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Management Milchvieh: Hohe Leistung ja – Höchstleistung nein

Auf den ersten Blick erscheint die Wesermilch GbR für diese Region ein sehr typischer Milchviehbetrieb zu sein. Auf den zweiten Blick jedoch zeigen sich Besonderheiten, schwerpunktmäßig in der Fütterung.

Zunächst das Typische: Ralf und Dorothea Kettler bewirtschaften zusammen mit Sohn Jan, GbR-Partner Wilhelm Giseking und einer Saisonkraft einen Milchviehbetrieb mit 150 ha Ackerfläche, 70 ha Grünlandfläche (Weserauenland), 140 Milchkühen und Nachzucht im Raum Minden/Westfalen. Die Herdenleistung liegt mit ca. 10.000 Litern, im Durchschnitt dieser Region. Die Herde ist in Leistungsgruppen unterteilt und wird mit Voll-TMR gefüttert. Die Aufgaben auf dem Betrieb Kettler sind klar verteilt: Dorothea Kettler managt die Herde, Ralf Kettler den Ackerbau und die Gebäudewirtschaft, Sohn und zukünftiger Nachfolger Jan arbeitet sich sukzessive ein.


Beim Thema Fütterung verlässt das Unternehmen jedoch die typischen Wege und Verfahrensweisen. Hier wird soja- und gentechnikfrei gefüttert, wobei die Komponenten Mais, Getreide, Futterrüben und Grünfutter im Betrieb produziert und nur Rapsschrot und Kraftfutter zugekauft werden. Dabei gab nicht nur das von der Molkerei angebotene Programm zur Erzeugung gentechnikfreier Milch den Ausschlag für diese Fütterung: „Wir wollten weg von der Soja, denn die Märkte fragen schon seit Langem nach Milch, die ohne Einsatz von Futter mit Gensoja erzeugt wurde. Wir bekommen bei unserer Molkerei zzt. 0,9 ct/Liter mehr, wenn wir an dem Programm teilnehmen. Das deckt gerade so die entstehenden Mehrkosten“, berichtet Kettler.

Der administrative Mehraufwand verursacht Kosten: Die teilnehmenden Betriebe werden streng kontrolliert und auditiert, müssen akribisch Buch führen und die Herkünfte der zugekauften Futtermittel genau ausweisen. Trotzdem haben die Kettlers diesen Schritt nie bereut. „Wir sind gut aufgestellt, auch wenn diese Art der Fütterung bald vermutlich schon Standard sein wird und es dann natürlich auch keinen Bonus mehr geben wird.“


Erbsenstroh liefert wertvolle Rohfaser

Riefen sind wichtig.
Riefen sind wichtig.
Gut gequetschte Erbsen
Gut gequetschte Erbsen
Es lohnt sich ein genauer Blick auf die Futterkomponenten. Die Vormischung enthält Erbse und Winterweizen. Hiervon erhält die eine Leistungsgruppe 2,2 kg und die andere 1,6 kg/Tier und Tag (38 l bzw. 30 l Gesamtmischung). Kettler hat sich für die sehr standfeste Erbsensorte Astronaute entschieden. Eine gute Standfestigkeit ist entscheidend, zumal das Länderprogramm für vielfältige Fruchtfolgen, an dem der Betrieb teilnimmt, Reinsaaten mit 120 Euro/ha, Gemenge jedoch mit nur 90 Euro bezuschusst. Daher entfällt für die Teilnahmedauer die Stützfrucht Hafer, trotz deren guter Eigenschaften. Der i. d. R. problemlose Erbsendrusch erfolgt bei 18 – 20 % TS, hinzugefügte Säure sorgt für eine problemlose Lagerung. Bevor die Erbsen in den Mischwagen kommen, werden sie gequetscht. Dazu hat Ralf Kettler einen Tipp parat: „Ganz wichtig ist es, dass an der Quetsche Riefen sind, weil sonst die Erbsen gar nicht zwischen die Walzen kommen.“ Dorothea Kettler hat zu dem beobachtet, dass die Tiere das Erbsenstroh extrem gerne fressen. „Damit könnte man sie satt füttern!“

In diesem Jahr hat das eingesetzte Basagran® nur sehr wenig Wirkung gezeigt: „Es war zu regnerisch und zu kalt. Wir wollen, wenn irgend möglich, aber am Drusch festhalten. Ab nächstem Jahr müssen wir aufgrund der dann nicht mehr vorhandenen Zulassung für Basagran® die Unkrautbekämpfung eh in den Vorauflauf verlegen.“


Futterrüben sorgen für mehr Gesundheit

Futterrüben sind wesentlicher Bestandteil der Futterration.
Futterrüben sind wesentlicher Bestandteil der Futterration.
Seit drei Jahren werden im Betrieb auf 4,5 ha auch wieder Futterrüben angebaut – nach Jahren der „Abstinenz“.Wegen der geringen Schosserneigung bei zufriedenstellenden Erträgen wird zzt. ausschließlich die bewährte Sorte Kyros angebaut. Die Erntelogistik hat Kettler im Griff – auch dank einiger pfiffiger, weil funktionaler und günstiger, Gerätschaften. Zwei alte Vollernter sind im Einsatz, mit denen die Rüben gezogen werden, trotz des höheren Zeitaufwandes. Der Einsatz eines Zuckerrübenvollernters erfolgt in der Regel nicht, denn Kettlers Meinung nach liefern die alten Maschinen die saubereren Rüben. Die Rüben werden in einer Dreiecksmiete mit Vliesabdeckung gelagert. Im Bedarfsfall – wenn strenger Frost droht – wird mit einer Strohschicht unter dem Vlies nachgelegt. Jeweils eine Tonne wird für eine TMR-Einheit gereinigt, entsteint und zerkleinert. Die Maschine dazu hat zwar „musealen Charakter“ und passt optisch sicher nicht in diesen modernen landwirtschaftlichen Betrieb. „Aber sie funktioniert, kostet so gut wie nichts und macht allenfalls mal mit der Elektrik Probleme“, Kettler lobt das Preis-Leistungsverhältnis seines „Schätzchens aus DDR-Zeiten“.
Rübenreinigung
Rübenreinigung

Dorothea Kettler ist davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen Klauengesundheit und Futterrübenfütterung gibt. „Immer, wenn wir Futterrüben füttern, gehen die Probleme mit der Klauenkrankheit Dermatitis digitalis auf Null zurück. Natürlich fehlt hier der wissenschaftliche Beweis, aber nach jetzt drei Jahren bin ich davon überzeugt, dass es diesen Zusammenhang gibt. Denn mit der Futterrübenfütterung verändert sich der Kot der Tiere.“ Mit der Gesundheit des Tierbestandes und Remontierungsrate jedenfalls ist sie zufrieden. Den Altväterspruch „Wenn die Kuh keine Runkeln mehr frisst, braucht man auch keinen Tierarzt mehr“ sehen Kettlers in jedem Fall voll bestätigt.

Neben dem Aspekt Tiergesundheit überzeugt auch die Futteraufnahme. „Ohne Futterrüben geht die Futteraufnahme signifikant zurück. Entsprechend energiedichter muss dann das Kraftfutter werden“, hat die Fachfrau beobachtet. 17 – 18 kg Futterrüben pro Tier und Tag in der Leistungsgruppe 1 und 11 – 12 kg in der Leistungsgruppe 2 werden gefüttert. Das ist nicht eben wenig, aus Kettlers Sicht aber gerechtfertigt und auch problemlos möglich.


Bei 10.000 Litern liegt das betriebliche Optimum
10.000 Liter Herdenleistung entsprechen zwar nur dem Durchschnitt der Region. Aber von Familie Kettler wird die Ökonomie einer Mehrleistung kritisch hinterfragt. „Da fressen die Kosten den Mehrerlös – besonders natürlich bei diesen schlechten Preisen: Ausgaben für Tierarzt und Futter steigen, auch die Remontierungsrate wird schlechter. Bis ca. 10.000 Liter läuft es gut und danach kippt es zum Negativen“, lautet das Fazit für diesen Betrieb.


Keine Probleme mit der Düngeverordnung
Mit einem optimalen Verhältnis von Großvieheinheit zu Fläche macht die novellierte Düngeverordnung keine Sorgen. Was Ralf Kettler aber ärgert, sind die neuen Richtlinien zu den Ausbringungszeiten. „Ich mochte früher nie Gülle auf dem Grünland ausbringen – den Kühen zuliebe. Jetzt bleibt mir allerdings gar nichts anderes übrig, um mit den 6.000 m³ Gülle nicht an die Grenzen zu kommen.“

Hohe Leistung ja, Höchstleistung nein, ein weit schauendes Betriebsmanagement und gesundes Futter: Das werden auch in Zukunft die Grundsätze der Wesermilch GbR sein. Trotzdem stehen bald auch umfassende Änderungen an, wie z. B. ein neues Melkmanagement. Denn Optimierungen sind immer nötig und immer möglich.

Betriebsübersicht

AK: 5 (4+1)

Ackerfläche: ca. 150 ha; Grünland/Ackerfutter: ca. 70 ha

Niederschläge: 680 mm langjähriges Mittel

Bodenart/Bodenzahl: 25-64 im Mittel 40

Topografie: Dauergrünland ist oft Überschwemmungsgebiet der Weser

Tiere: 140 Milchkühe, Nachzucht

Fruchtfolge: Winterraps (Erbsen/Futterrüben) – Winterweizen – Zwischenfrüchte – Mais – Wintergerste

 

Dr. Anke Boenisch und Klaus Schulze Kremer

Stand: 16.10.2017