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Pflanzenschutz: Pauschale Behandlungen vermeiden!

Sinkende Gewinne, zunehmend schwierigere rechtliche Vorgaben bei Düngung und Pflanzenschutz, Resistenzbildungen etc. – auch für Ackerbauern ist die tägliche Arbeit zurzeit nicht gerade einfach. Trotzdem müssen auch in Zukunft die Bestände gesund erhalten werden. Pauschale Anwendungen sollten dabei aber noch stärker hinterfragt werden.

Erfahrungen und Empfehlungen zum Fungizideinsatz entstehen unter dem Einfluss des Anbausystems, des Standortes und des Witterungsverlaufs und lassen sich daher nur schwer verallgemeinern. Insbesondere das Zusammenspiel von Witterungs- und Krankheitsverlauf ist selten eindeutig durch Exaktversuche reproduzierbar. Oftmals müssen infolge der Vielzahl der Versuchsglieder relativ pauschale Aussagen getroffen werden, z.B. ob eine Einfach-, Zweifach- oder Dreifachbehandlung am erfolgreichsten war.


Fungizidregime
Fungizidregime
Synergieeffekte berücksichtigen
Bei der Entscheidungsfindung in der Praxis ist es aber in vielen Fällen notwendig und sinnvoll, etwaige synergistische Effekte der einzelnen Behandlungen und vor allem die Nachwirkungen der Vorbehandlung zu berücksichtigen. Durch die lange Dauerwirkung der carboxamidhaltigen Präparate, ebenso bei der Applikation von Strobilurinen, aber auch von einigen Triazolen mit jeweils hohen Aufwandmengen, verringern sich grundsätzlich die Anforderungen hinsichtlich der Kurativleistung der Nachbehandlung. Folglich gibt es bei anhaltendem Infektionsdruck im Wesentlichen zwei Möglichkeiten für die Anschlussbehandlung.


Szenario 1: spätere Anschlussbehandlung
Wird die Folgemaßnahme zeitlich verschoben, verringern sich die nutzbaren Nachwirkungen der Vorbehandlung deutlich. Additive Effekte gibt es dann kaum noch. Auch die Aufwandmenge der Anschlussmaßnahme muss infolge der nunmehr benötigten Kurativleistung entsprechend hoch bemessen werden. Bei den carboxamidhaltigen Produkten kann es zu Resistenzbildungen kommen, wenn die Nachbehandlung mit deutlichem zeitlichen Abstand erfolgt oder unterbleibt. Denn die meisten Carboxamid-Wirkstoffe haben eine relativ lange Wirkungsdauer gegen z.B. Septoria tritici. Bei einem erneuten Krankheitsauftreten steht infolge der Abbau- und Verdünnungsprozesse der Carboxamid-Wirkstoff dann nur noch in verringerter Wirkstoffkonzentration zur Verfügung. Dies kann zu einem höheren Selektionsdruck auf resistente Populationen der Krankheitserreger führen.


Szenario 2: frühe Anschlussbehandlung
Erfolgt die Anschlussbehandlung früh, liegen noch relativ hohe Wirkstoffkonzentrationen aus der Erstbehandlung in der Pflanze vor. Das führt oftmals zu einer verbesserten Wirkung, meist auch dann, wenn die Anschlussbehandlung mit reduzierter Aufwandmenge erfolgt. Aber übertreiben sollte man hier nicht: Denn eine sehr frühe Nachbehandlung (gerade mit verringerter Aufwandmenge) provoziert bei anhaltend hohem Infektionsdruck eine nochmalige Nachbehandlung.

Wie unterschiedlich das Fungizidregime in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium des Getreides sowie von Zeitpunkt und Intensität der Vorbehandlung aussehen kann, zeigt Abb. 1.  Wirkungen auf die Pflanzenvitalität

Gerade bei einem intensiven Fungizidregime zeigen Bestände in der Praxis oftmals eine deutlich bessere Vitalität. Die Effekte einzelner Maßnahmen sind dabei aber meist umso geringer, je intensiver die Fungizidstrategie ist. Strobilurine zeigen zwar mittlerweile gegen viele Krankheitserreger deutliche Schwächen, ihre vitalisierenden Effekte lassen sich fruchtartenübergreifend aber immer noch gezielt nutzen. Gemeinsam mit azol- oder carboxamidhaltigen Präparaten eingesetzt, verstärken sie häufig selbst bei niedrigen Aufwandmengen die Wirkung. Beachtlich ist dies vor allem bei Pathogenen, gegen die Strobilurine allein grundsätzlich keine Wirkung mehr haben, wie Septoria tritici oder Schneeschimmel.

Krankheiten, bei denen eine direkte Bekämpfung nur eingeschränkt möglich ist bzw. nur niedrige Wirkungsgrade erzielt werden können, zeigen bei einem insgesamt intensiven Fungizidregime oftmals verringerte Befallsgrade. Beispiele hierfür sind Fruchtfolgepathogene wie die Verticilium-Welke im Raps oder der Halmbasiserregerkomplex im Getreide. Eindeutige Erklärungen gibt es hierfür meist nicht. Eventuell ist eine teilweise Unterbrechung von Infektionszyklen durch mehrmalige Fungizidbehandlungen eine der Ursachen.


Populationsdynamik
Populationsdynamik
Bekämpfung von aggressiven Schaderregern
Auf der anderen Seite kann eine Bekämpfung von Krankheiten wie Mehltau, DTR oder Rost, die mitunter eine enorm schnelle Populationsdynamik zeigen, bereits bei vergleichsweise geringem Befall erfolgreich sein (Abb. 2). In der Beratung aber wird gerade für leichte, trockene Standorte mit in der Regel begrenztem Ertragspotenzial vielfach nur die Wirtschaftlichkeit der Anzahl an Fungizidbehandlungen diskutiert. Folglich begrenzen viele Landwirte diese vergleichsweise pauschal. Bei hohem Krankheitsdruck zu einem frühen Zeitpunkt ist dies jedoch wenig Erfolg versprechend. Da häufig früh gesäte Bestände mit zumeist ausreichender Triebdichte befallen werden, heißt es in diesem Zusammenhang gelegentlich, dass ein früher Krankheitsbefall dazu beitragen würde, die in diesem Fall gewünschte Triebreduktion zu unterstützen. Dieser Vorgang ist jedoch vor allem bei epidemisch auftretenden Krankheiten sehr schwer steuerbar, da diese besonders in der Progressionsphase enorm schwer zu kontrollieren sind.

Zugegeben: Bei mittlerem Krankheitsbefall in einem frühen Entwicklungsstadium der Pflanzen sind Vorbehandlungen nicht immer wirtschaftlich. Mehrjährige Versuche haben jedoch gezeigt, dass auch auf leichten Standorten Zweifachbehandlungen gegenüber einer Einmalbehandlung zu einer deutlich höheren Ertragsstabilität führen. Diese ist bekanntlich gerade auf schwächeren Standorten Basis für den wirtschaftlichen Erfolg. Somit ist die exakte Einschätzung des Befallsauftretens und des Befallsverlaufes von entscheidender Bedeutung.


Saatzeit und Vorfrucht beeinflussen den Pflanzenschutzmittelaufwand
Auch bei Weizen nach Blattvorfrucht sollte der Pflanzenschutzmittelaufwand situationsangepasst und nicht pauschal erfolgen. Die tendenziell etwas früheren Saattermine nach grundsätzlich guten Vorfrüchten wie Raps oder Leguminosen führen zum Teil zu höheren Herbizidkosten. Dies gilt in ähnlicher Weise für eine Vektorbekämpfung, die im später gesäten Stoppelweizen meist nicht durchgeführt werden muss. Die stärkere vegetative Entwicklung bedingt überdies einen höheren Wachstumsregleraufwand. Ferner ist in den früheren Saaten häufig ein rechtzeitiges Ausräumen von Septoria tritici, Mehltau, Rost oder von Halmbasiserkrankungen notwendig. Nach Erbsenvorfrucht zeigt sich insbesondere im Getreide, vermutlich durch das vergleichsweise hohe N-Angebot, eine vielfach stärkere Belastung der Halmbasis. Es ist also keinesfalls immer so, dass Getreide nach Blattfrucht weniger Kosten produziert als Stoppelweizen.

Beim Anbau nach Mais ist abhängig von Standort und Jahreswitterung zudem häufig zu beobachten, dass das nachfolgende Getreide unter den Nachwirkungen der Maisherbizide leidet.


Gesunde Sorten - weniger Pflanzenschutz
Gesunde Sorten - weniger Pflanzenschutz
Einfluss der Sorte
Grundsätzlich ist der Einsatz gesunder Sorten ein probates Mittel in Zeiten zunehmender Resistenzentwicklungen und eines sich immer mehr einschränkenden Wirkstoffspektrums. In der Praxis werden derartige Vorteile bisher meist nur selten konsequent genutzt. Zum einen werden gesunde Sorten mitunter durch frühe Saattermine, ungünstige Vorfrüchte oder reduzierte Bodenbearbeitung stark beansprucht.

Andererseits haben die letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt, dass der Krankheitsverlauf bei Sorten mit unterschiedlichen Resistenzeigenschaften nichts Statisches ist. Dies belegen nicht nur die teils dramatischen Veränderungen der Gelbrostanfälligkeit in den vergangenen Jahren infolge der Rassenverschiebungen innerhalb des Krankheitserregers. Auch Resistenzentwicklungen innerhalb der Sorten vollziehen sich bisweilen zügig und müssen immer wieder im Feld überprüft werden. Dabei ist die Befallseinschätzung bei Sorten mit höherem Resistenzniveau oft schwer. Denn sie zeigen ebenso wie anfälligere Sorten bei günstigen Entwicklungsbedingungen für die jeweilige Krankheit anfänglich ebenfalls oft Befallssymptome. Im Vergleich zu anfälligen Sorten ist aber die Befallsstärke meist geringer und der Krankheitsverlauf verlangsamt. Um dies abzuschätzen, muss man die Bestände sehr intensiv beobachten. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst in amtlichen Versuchen Sorten mit hohem Resistenzniveau auf eine Fungizidanwendung vielfach mit Mehrerträgen reagieren, denn die zuvor für die Krankheitsabwehr aufgewendete Energie, kann jetzt in die Ertragsbildung investiert werden.


Fazit
Durch pauschale Anwendungen von Fungiziden und Wachstumsreglern wird oft Ertragspotenzial verschenkt. Auch wenn uns mittlerweile zahlreiche exzellente Hilfsmittel zur Befallseinschätzung zur Verfügung stehen: An einer intensiven Bestandesbeobachtung führt kein Weg vorbei. Modelle, Prognosesysteme oder Apps zur Krankheitsbestimmung helfen uns nur eingeschränkt dabei, den Befallsverlauf und dementsprechend die Behandlungsnotwendigkeit zu beurteilen. Krankheiten müssen in der Regel dann bekämpft werden, wenn sie auftreten! Eine pauschale Festlegung der Anzahl von Behandlungen oder auch stadienbezogene Anwendungen waren in den letzten Jahren oftmals nicht passend.

Bei der Auswahl der Fungizide ist es häufig sinnvoll, nicht nur die Einzelmaßnahme zu betrachten. Bei einer intensiven Vorbehandlung kann bei moderatem Krankheitsauftreten u.U. bei der Anschlussbehandlung gespart werden. Mit Erfahrung und Bauchgefühl lassen sich synergistische Effekte bei Behandlungen nutzen. Aber auch dann geht ohne eine intensive Bestandes- und Befallsbeobachtung nichts.

 

Dr. Stephan Deike

 

Stand: 24.04.2017