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Weizensorten im Härtetest

Abweichungen von der optimalen Saatzeit und Vorfrucht sind riskant, aber nicht immer zu umgehen. Die produktionstechnischen Versuche der SAATEN-UNION untersuchen die Saatzeittoleranz, die Eignung für Mulchsaat und die Leistungsfähigkeit als Stoppelweizen.

Hybridweizen hielten in den Versuchen länger durch.
Hybridweizen hielten in den Versuchen länger durch.
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, unterscheiden sich die Versuchsvarianten der produktionstechnischen Versuche nach Saatzeit, Vorfrucht und Bodenbearbeitung (Abb. 1). Pflanzenschutz und Bestandesführung sind den jeweiligen Bedingungen angepasst und für alle Sorten gleich.
Anbauvarianten; zum Vergrößern bitte Anklicken
Anbauvarianten; zum Vergrößern bitte Anklicken

Aus der unterschiedlichen Rangfolge der Sorten in den drei Aussaatvarianten kann auf die sortenspezifische Eignung für Spätsaat, Frühsaat, Mulchsaat oder Stoppelweizeneignung geschlossen werden. Dabei lassen sich die letzteren drei Merkmale nicht getrennt ansprechen. In der Stressvariante werden jedoch durch die frühe Aussaat in den noch warmen Boden, die Weizenvorfrucht und die Stoppelrückstände im Saathorizont die Vitalität der Wurzel und die Gesundheit der Halmbasis stark gefordert. Und genau darauf kommt es bei den angesprochenen Anbausituationen an.

Die randomisierten Exaktversuche in dreifacher Wiederholung stehen in Deutschland aktuell auf 14 Standorten mit 35 bis 95 Bodenpunkten. Geprüft werden jeweils 36 Weizensorten und Stämme, darunter immer auch die offiziellen Verrechnungssorten und marktführende Sorten. 2015 standen die Versuche in Hohenlieth (SH), Granskevitz, Ranzin (MV), Asendorf, Söllingen (NI), Langenstein (ST), Hovedissen, Güsten, Soest (NW), Klipphausen (SN), Moosburg, Aspachhof (BY) und Haigerloch (BW). Koordiniert wird das Projekt von der SAATEN-UNION-Versuchsstation Grünseiboldsdorf. Das Ertragsniveau in den Optimalvarianten beträgt langjährig im Mittel der Standorte 101,5 dt/ha, die Stressvarianten fallen um ca. 10–15 %, die Spätsaatvarianten um 5–10 % ab.


A- und E-Sorten
A- und E-Sorten
Die Ergebnisse richtig interpretieren!

Die Ertragsergebnisse der drei Anbauvarianten sind nicht direkt vergleichbar, weil sie – schon von der Vorfrucht her – ja nicht auf dem „gleichen“ Feld stehen können, sondern oft kilometerweit voneinander entfernt. Das ist für die Fragestellung jedoch unerheblich, es geht ja allein darum, die sortenspezifische Reaktion auf die Aussaatvarianten zu vergleichen. Vergleichsbasis ist dabei immer der Mittelwert aller 36 mitgeprüften Sorten. Wenn also eine Sorte im Vergleich zu diesen bei der Stress- oder Spätsaatvariante besser abschneidet als bei der Optimalsaat, ist sie für diese Anbausituation vergleichsweise gut geeignet.

B-Sorten
B-Sorten
Um die spezifische Eignung der Sorten für die drei Aussaatvarianten darzustellen, ist in den Abb. 2 bis 4 jede Sorte für sich verrechnet und ihre Leistung in der Optimalvariante gleich Hundert gesetzt. Die Relativwerte in der Stressvariante und in der Spätsaatvariante zeigen die Veränderung ihrer relativen Leistung zum Sortenmittel. So ist es möglich, jeweils alle vorliegenden Versuchsergebnisse einfließen zu lassen, auch bei unterschiedlich vielen Prüfjahren. Über die Ertragsunterschiede der Sorten geben die regionalen Landessortenversuche Auskunft, diese sind für die Interpretation der Ergebnisse auch nicht ganz unwichtig: So verloren die äußerst ertragreichen Sorten Tobak, Anapolis, Faustus, RGT Reform oder Gedser zwar einen Teil ihrer Überlegenheit in der Stressvariante. Absolut gesehen können sie oft aber dort immer noch genauso gut dreschen wie stresstolerantere Sorten mit geringerem Ertragspotenzial.

Auch für diese Versuche gilt: je weniger Ergebnisse vorliegen, umso höher die Ausschläge und desto höher die Unsicherheit. Aus diesem Grund sind die Ergebnisse der einjährig geprüften Sorten mit Vorbehalt zu nutzen.


Alleskönner für jede Saatzeit

Einige Sorten fielen sowohl in der Frühsaat als auch in der Spätsaat nicht überproportional im Kornertrag ab und können damit als Universalsorten bezeichnet werden. Dazu gehören die E/A-Sorten Nordkap, JB Asano, Akteur, Patras, Attraktion und Julius, die B-Sorten Porthus, Colonia, Rumor und Mulan sowie die C-Sorten Manitou, Sarmund und Ohio. In dieser Gruppe finden sich gehäuft Sorten mit großer Anbauverbreitung, die eben auch in den Landessortenversuchen mit unterschiedlichsten Jahren und Anbauregionen gut zurechtkamen.


Weizensorten für optimale Bestellbedingungen

Es gibt Sorten, die ihr Ertragspotenzial in der Optimalvariante besonders gut ausschöpfen. Typische Sortenvertreter dieses Segments sind Sorten mit hoher Kornzahl je Ähre, die diesen Vorteil am besten bei optimaler Bestandesetablierung realisieren. Dazu gehören langjährig ausgesprochen leistungsfähige Sorten wie Tobak und Kredo, sowie die neue Sorte Gustav. Auch diese Sorten können selbstverständlich früher und später gesät werden, optimale Saattermine nach z. B. Raps sind jedoch zu bevorzugen.


Weizensorten für frühe Mulchsaaten

Stoppelweizen verliert mit der novellierten Düngeverordnung an Vorzüglichkeit, dieses Segment wird vielerorts wieder von Wintergerste zurückerobert. Wenn er noch zum Einsatz kommt, dann nur mit Sorten, die aufgrund ihrer vitalen Wurzel und Halmbasis auch ohne höhere N-Düngung und Pflanzenschutz nicht allzu stark im Ertrag abfallen. Auch ausgesprochene Frühsaaten sind mehr und mehr zu hinterfragen. Andererseits führt der Klimawandel zu einer deutlich verlängerten Herbst- und Frühjahrsentwicklung, die bereits bei mittelfrühen Saatterminen höhere Anforderungen an gesunde „Füße“ stellt. Noch mehr gilt dies nach nichtwendender Bodenbearbeitung!

Mit Abstand am besten mit diesen Anbaubedingungen zurecht kamen die Hybridsorten: Hylux, Hystar, Hybery, Hyfi und einjährig Hyguardo. Passende Liniensorten für diese Stresssituationen sind vor allem die A-Sorten Nordkap, Patras und Julius, die B-Sorten Gedser, Mulan und Colonia, die C-Sorten Elixer, Manitou und Torp.

Auch andere Sorten können nach Weizen sowie als Früh- oder Mulchsaat kultiviert werden, verdienen dann jedoch besondere Aufmerksamkeit: Langlebige Korndichtetypen wie Tobak, Bonanza, Gustav oder Kredo überzeugen als Stoppelweizen eher auf den Hochertragslagen Norddeutschlands, weniger hingegen auf Standorten mit sehr schneller Abreife, denn dort leidet die Kornausbildung.

Auch sollten die Risikofaktoren begrenzt werden. Wenn weniger fußgesunde Sorten also als Stoppelweizen angebaut werden, dann am besten in Verbindung mit einer wendenden Bodenbearbeitung und nicht auch noch als extreme Frühsaat. Auch verdient bei diesen Sorten der Fungizideinsatz besondere Beachtung, von der Wurzelschutzbeize über die Halmbruchbekämpfung bis hin zur Ährenbehandlung.


Weizensorten für die Spätsaat

Immer mehr Landwirte interessieren sich für die Spätsaateignung der Weizensorten. Die Fruchtfolgen werden vielfältiger, der Zwischenfruchtanbau nimmt zu, mit vorgeschalteten „Scheinbestellungen“ soll der Vergrasung begegnet werden. Wie die Ergebnisse belegen, sind einige Weizensorten besonders spätsaattolerant. Analog zur Stressvariante gilt auch für die Spätsaat: Höhere Relativleistungen bedeuten, dass die Sorte im Vergleich zu anderen Sorten ertraglich weniger stark abfällt. Geradezu prädestiniert für die Spätsaat zeigten sich die A-Sorten Leandrus, Meister und Colonia sowie unter den B-Sorten Edward und Gedser, die bei verkürzter Vegetationszeit relativ 2 bis 4 Prozentpunkte gegenüber der optimalen Bestellung zulegten. Unter Berücksichtigung aller Saatzeiten sind auch Genius (E), RGT Reform, Pionier (alle A) und Faustus (B) besonders für die mittleren und späteren Saattermine geeignet.

Um die Ergebnisse richtig zu interpretieren, ist auch nach den Gründen für höhere Relativerträge in der Spätsaat zu fragen. So zeigten sehr wüchsige Sorten mit mittlerer oder knapper Winterhärte in Auswinterungsjahren höhere Relativleistungen in der Spätsaat, weil sie sich dann weniger überwuchsen. Auch Sorten mit eklatanten Schwächen in der Resistenzausstattung sind oft in der späteren Saat besser aufgehoben, weil die Befallsgefährdung dann abnimmt. Vom Wuchstyp her sind frühe und mittelfrühe Sorten mit ausgeglichenem Ertragsaufbau sowie Einzelährentypen besonders gut für Spätsaaten geeignet. 

Langjährig fallen in den vorgestellten Versuchen Korndichtetypen in den Spätsaaten eher stärker ab. Allerdings wurden alle Sorten gleich stark gedrillt. In der Praxis können Korndichtetypen bei Spätsaaten höhere Saatstärkenzuschläge erhalten, um der abfallenden Bestockung bzw. Einkörnung entgegenzusteuern. Auch über die Startgabe können spät bestellte Bestände wirkungsvoll gefördert werden: In frühen Entwicklungsphasen beschleunigt Stickstoff die Entwicklung der Pflanzen.


Zusammenfassung

Die Sorten unterscheiden sich in ihrer Eignung für verschiedene Saattermine, Vorfrüchte und Intensitäten der Bodenbearbeitung. Werden diese Sortenunterschiede bei der Positionierung und bei der Produktionstechnik berücksichtigt, sind höhere und stabilere Weizenerträge zu erreichen. Die vorgestellten Versuche zielen in erster Linie auf Neuzulassungen ab, danach sind auch die örtlichen Ergebnisse zur Aussaateignung zu berücksichtigen. Die Sortenwahl sollte allerdings in erster Linie auf die Gesamtleistung der Sorte gerichtet sein, dann erst auf deren optimale Platzierung in der Fruchtfolge.

 

Sven Böse

 

Stand: 28.06.2016