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Schafft Dinkel den Sprung aus der Nische?

Wie groß wird die Dinkelernte 2015 ausfallen? Da Dinkel in der bundesweiten Agrarstatistik nicht gesondert erfasst wird, kann über die aktuelle Anbaufläche nur spekuliert werden. Doch die Menge wird darüber entscheiden, ob die attraktiven Erzeugerpreise der letzten beiden Ernten gehalten werden können.

Fakt ist, dass die Fläche zur Ernte 2015 nochmal deutlich gewachsen ist. Verlässliche Zahlen gibt es aus Bayern, wo neben Baden-Württemberg traditionell der meiste Dinkel steht. Während in den Jahren 2009–2013 die Anbaufläche stets um 12.000 ha pendelte, stieg sie im Jahre 2014 um über 50 % auf knapp 20.000 ha. Die Fläche in Baden-Württemberg lag nach offiziellen Daten bei 17.000 ha. Schätzungen gehen von einer bundesweiten Fläche zur Ernte 2014 von ca. 50.000 ha aus. Einen Hinweis über die Flächenausdehnung zur Ernte in diesem Jahr 2015 gibt die Entwicklung der Vermehrungsflächen. Diese sind bundesweit von 2013 auf 2014 um knapp 40 % gestiegen (Abb. 1). Z-Saatgut war im letzten Herbst restlos ausverkauft, sodass die Konsumanbaufläche in ähnlicher Größenordnung gewachsen sein dürfte.

Dinkelprodukte liegen beim Verbraucher im Trend und werden weiter stärker nachgefragt. Der steigende Bedarf traf bislang auf ein knappes Angebot, was in der Folge zu hohen Erzeugerpreisen führte. Von diesen möchten nun auch viele Neueinsteiger profitieren, die nicht in den klassischen Regionen Süddeutschlands wirtschaften. Die weitere Entwicklung beim Dinkel hängt nun davon ab, ob die zu erwartende große Ernte weiter auf einen aufnahmefähigen Markt trifft und die Erzeugerpreise für die Anbauer weiterhin attraktiv bleiben. Erfahrungen aus früheren Jahren zeigen, dass die Dinkelpreise besonders empfindlich auf ein Überangebot reagieren, da es an alternativen Verwertungsmöglichkeiten fehlt und Kosten für die Entspelzung stets anfallen.

Dinkel im Ökoanbau
Dinkel ist deutlich stärker im ökologischen Ackerbau vertreten als die anderen Getreidearten. 40 % der Dinkel-Anbaufläche in Bayern werden biologisch bewirtschaftet. Die Bedeutung des Dinkels im Ökoanbau wird auch in den angemeldeten Vermehrungsflächen der vermehrungsstärksten Sorte Zollernspelz und dem bereits 1998 zugelassenen „Sortenklassiker“ Oberkulmer Rotkorn ersichtlich. Letzterer wird ausschließlich in Biobetrieben angebaut, wo er aufgrund der besonderen Qualität nach wie vor sehr beliebt ist.

Auch der modernere Dinkeltyp Zollernspelz wird inzwischen zu 32 % von Biobetrieben vermehrt (Abb. 2). Aufgrund der hervorragenden Standfestigkeit und der guten Qualität auch unter Ökobedingungen wird diese Sorte mittlerweile in vielen Regionen ebenfalls für den Ökoanbau empfohlen.

Dinkel nicht wie Weizen führen
Dinkelprodukte sind gefragt, weil sie sehr bekömmlich sind und der Anbau mit einer geringeren Intensität als der des Weizens erfolgt. Dinkel hat ein gutes Nährstoffaneignungsvermögen und kommt mit weniger Stickstoff als Weizen aus. Ein mehrjähriger Vergleich der Landessortenversuche Baden-Württemberg von Dinkel mit Weizen auf den gleichen Standorten belegt eine deutlich bessere Stickstoffverwertung des Dinkels (Abb. 3). Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über N-Obergrenzen und reduzierten N-Einsatz passt Dinkel sehr gut in künftige Fruchtfolgen.

Auch reagiert Dinkel nicht so stark positiv auf Fungizide wie Weizen. Im Vergleich in Abb. 4 sind die Landessortenversuche mit Winterweizen in der Stufe 2 mit zwei bis drei Fungizidbehandlungen gefahren worden, während bei der Dinkelprüfung in Stufe 2 eine Behandlung weniger mit oft preiswerteren Fungiziden appliziert wurde.

 


Beim Dinkelanbau sind also keine fragwürdigen, übertriebenen Intensitäten einzusetzen, um die letzte Dezitonne „rauszukitzeln“. Vielmehr geht es langfristig eher darum, das Image des Dinkels beim Verbraucher im Anbau zu berücksichtigen. Erforderliche Maßnahmen bei Befall mit Krankheiten wie etwa bei Gelbrost im Vorjahr bei anfälligen Sorten wie Filderstolz und Divimar sind selbstverständlich rechtzeitig durchzuführen.

Dinkelsaatgut ohne Spelz
Im Regelfall wurde in den letzten Jahren Dinkel in der Vese (Korn plus Spelz) ausgesät. In Abhängigkeit der Drilltechnik kann es zu Verstopfungen und ungleicher Verteilung durch eine schlechte Fließfähigkeit des Saatgutes kommen. Traditionell wurde Dinkel bislang eher in Mittelgebirgslagen angebaut, wo in manchen Jahren Befall mit Zwergsteinbrand auftritt.

Um diese Probleme zu lösen, gibt es mittlerweile erfolgreiche Ansätze, mit entspelztem Saatgut zu arbeiten.

Die Vorteile von entspelztem Saatgut sind:

  • Das Saatgut kann gleichmäßiger gebeizt werden – die Wirkung des Beizmittel wird so verbessert.
  • Die Saatstärke kann entsprechend der Saatzeit, dem Standort und den Bestellbedingungen angepasst werden.
  • Entspelztes Saatgut wird in handlichen Einheiten zu 500.000 Körnern (ca. 30 kg) oder in BigBags mit 12,5 Millionen Körnern angeboten. So ist die „alte“ Getreideart Dinkel, die oft im Marketing beim Bäcker als Urgetreide bezeichnet wird, beim Betriebsmittel Saatgut top-modern!

Ausblick
Wenn der Verbraucher bundesweit verstärkt zu Dinkelprodukten greift, wird auch der Anbau in der Fläche weiter zunehmen. Dann dürfte der Dinkel aus der Nische heraustreten und sich als weitere Getreideart etablieren. Dinkel stellt nicht nur eine Bereicherung im Bäckerregal dar, sondern auch in der Feldflur.

Martin Munz

 

Stand: 27.04.2015