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Körnererbsen als Mähdruschfrucht etabliert

Die Erbse gehört zu den ältesten Kulturpflanzen, die schon sehr lange der menschlichen  Ernährung dient. In den letzten Jahrzehnten wurde sie zudem kontinuierlich zu einer Mähdruschfrucht entwickelt.

Der Zuchtfortschritt bei der Körnererbse zeigt sich besonders im Ertrag und der Standfestigkeit.
Der Zuchtfortschritt bei der Körnererbse zeigt sich besonders im Ertrag und der Standfestigkeit.

Bei Erbsen gibt es eine große Variation hinsichtlich des Pflanzentyps, der Blühfarbe, der Kornfarbe und -form. Im Wesentlichen wird zwischen vier Nutzungsformen unterschieden:

  • Ernte der reifen, trockenen Körner (Trockenspeiseerbsen bzw. Eiweiß- oder Körnererbsen)
  • Ernte der noch unreifen, grünen Samen (Gemüseerbsen)
  • Ernte der Gesamtpflanze zur Zeit der beginnenden Hülsenfüllung (Peluschken, Grünfuttererbsen)
  • Flächenbegrünung und Zwischenfruchtanbau (Gründüngung, Grünfuttererbsen)

Tab. 1: Leistungsvergleich von Körnererbsen-Sorten in Frankreich in Bezug auf agronomische und qualitative Merkmale
Tab. 1: Leistungsvergleich von Körnererbsen-Sorten in Frankreich in Bezug auf agronomische und qualitative Merkmale
Von der instabilen Pflanze zur standfesten Mähdruschfrucht
Die Züchtung von Körnererbsen als Mähdruschfrucht zur Eiweißfuttergewinnung begann erst vor ca. 30 Jahren und ist damit noch relativ jung. Begünstigt durch die EGBeihilferegelung aus den 1970er und 1980er Jahren zur Förderung des Anbaus von einheimischen Proteinpflanzen wurden u.a. auch Trockenspeiseerbsen vermehrt als Eiweißfuttermittel in Futtermischungen eingesetzt. Der großflächige Anbau machte es notwendig, geeignete Sorten mit einer hohen Kornertragsleistung und besonders einer verbesserten Standfestigkeit zu entwickeln, damit eine Ernte mit der auf den landwirtschaftlichen Betrieben vorhandenen Mähdruschtechnik möglich wurde.

Die Körnererbsen-Züchtung hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Sie hat aus einer rankenden, instabilen Pflanzenart eine ertragreiche Mähdruschfrucht entwickelt. Zur Verbesserung der Standfestigkeit wurde systematisch eine Mutante eingekreuzt, bei der die Fiederblätter an den Seitenzweigen zu Ranken umgebildet sind (sog. halbblattlose Formen). Durch diese stärkere Verankerung werden die Bestände im Feld stabilisiert. Hinzu wurde die Strohstabilität verbessert, sodass heute alle modernen Körnererbsensorten halbblattlos sind. Dieser Trend zeigt sich auch deutlich an den Sorteneintragungen in der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes: zur Körnernutzung sind ausschließlich halbblattlose Sorten eingetragen.

Der favorisierte Typ der Körnererbse ist halbblattlos, blüht weiß und hat ein gelbes rundes Korn. Anhand der Zulassungsjahre wird ebenfalls deutlich, dass züchterisch der Fokus klar auf den Körnererbsen liegt und im Bereich Grünnutzungserbsen geringe Aktivitäten zu verzeichnen sind.

Die Züchtung im Bereich der Gemüseerbsen setzt völlig andere Prioritäten, z. B. Geschmack, gleichmäßige Blüte, Zuckergehalt etc. Gemüseerbsensorten sind deshalb für den Anbau als Körnererbsen völlig ungeeignet.

Erkennbarer Zuchtfortschritt
In Westeuropa ist Frankreich nach wie vor das Hauptanbauland für Körnererbsen mit in der Spitze ca. 800 Tsd. ha zu Beginn der 1990er Jahre. Seitdem hat sich dort, wie überall in Europa, die Produktionsfläche immer weiter reduziert. Eine Hauptursache hierfür ist die partielle Verseuchung der Fruchtfolgen besonders in Frankreich mit dem bodenbürtigen Pilz Aphanomyces eutiches. Um die Fruchtfolgen für den Erbsenanbau wieder geeignet zu machen, sind hier lange Anbaupausen erforderlich. Erbsenzüchter arbeiten daher intensiv daran, Resistenzquellen zu finden. Der Flächenrückgang wiederum führte dazu, dass sich die Anzahl der aktiven Zuchtprogramme für Körnererbsen in Europa ebenfalls kontinuierlich reduziert hat.

Tab. 2: Vergleich der Ertragsleistung von Körnererbsen-Sorten in Frankreich in Bezug sowie Darstellung des Ertragsfortschritts
Tab. 2: Vergleich der Ertragsleistung von Körnererbsen-Sorten in Frankreich in Bezug sowie Darstellung des Ertragsfortschritts
Um den Zuchtfortschritt der letzten Jahrzehnte bei den Körnererbsen deutlich zu machen, wurden Sorten aus verschiedenen Zulassungsjahren 2013 in einem direkten Vergleich an 13 Orten in Frankreich geprüft (s. Tab. 1und 2). In diesem Versuch wurden die Sorte Kayanne, die bis heute den französischen Markt dominiert, mit zwei bedeutenden Sortenklassikern Solara und Baccara (beide halbblattlos) verglichen. Beide Sorten haben ihrerseits eine weite Anbauverbreitung nach ihrer Zulassung erreicht.

Die Entwicklungen durch die Züchtung sind gut ablesbar (s. Tab. 1): Eine deutliche Veränderung gibt es beim Pflanzentyp. Die Sorten sind länger geworden und ihre Standfestigkeit wurde verbessert. Letzteres kann man anhand des Merkmals „Bestandeshöhe zur Ernte“ ableiten. Es gibt kaum Veränderungen bei Korngröße, Proteingehalt und Blühverhalten.

Bemerkenswert ist jedoch der erkennbare Zuchtfortschritt im Kornertrag (s. Tab. 2). In derselben Versuchsserie erzielt Kayanne einen deutlichen höheren Ertrag als die älteren Sorten Solara und Baccara. Wenn man die Ertragsdifferenz auf die Zeitdifferenz der Zulassung aufteilt, ergibt sich ein theoretischer Ertragszuwachs durch die Züchtung von ca. 0,6 dt/ha/Jahr.

Das Merkmal Standfestigkeit hat in der Züchtung eine hohe Priorität und wird auch laufend verbessert. Die Sorte Kayanne besitzt nach heutiger züchterischer Einschätzung nur noch eine mittlere Standfestigkeit. Neben dem eigenen Zuchtgarten belegen auch französische Sortenversuche, dass jüngere Sorten sowie neues Zuchtmaterial in diesem Merkmal immer besser werden. Ein Auszug aus der deutschen Sortenliste illustriert das hohe Niveau in der Standfestigkeit (s. Tab. 3).

Tab. 3: Einstufung für das Merkmal „Neigung zu Lager“ für ausgewählte Körnererbsensorten
Tab. 3: Einstufung für das Merkmal „Neigung zu Lager“ für ausgewählte Körnererbsensorten
Ausblick
Für Körnererbsen ist belegbar, dass die Züchtung in den letzten Jahrzehnten in den wichtigsten agronomischen Merkmalen wie Ertrag und Standfestigkeit deutlich erkennbare Fortschritte erzielt hat. Dennoch ging die Anbaufläche kontinuierlich zurück. Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen könnten den Körnererbsenanbau attraktiver machen; eine unentbehrliche Voraussetzung um Züchtungsaktivitäten zu beleben und Zuchtfortschritt zu generieren.

Dr. Olaf Sass,
Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG

Stand: 29.01.2015