Aktuelle Ausgabe 03/2018

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Ackerbohnen stellen nur sehr geringe Ansprüche an die Bodenbearbeitung und Aussaat. Für eine kostengünstige Produktion sollten die Potenziale dieser Robustkultur genutzt werden.

Ackerbohnen benötigen eine intakte Bodenstruktur.
Ackerbohnen benötigen eine intakte Bodenstruktur.

Für die Ertragssicherheit von Ackerbohnen ist eine gute Wasserversorgung während der Hauptwachstumszeit von Mai bis Juli unverzichtbar. Daher werden Ackerbohnen eher auf schwereren Böden mit hoher Kapazität an pflanzenverfügbarem Wasser angebaut.

Aber auch die Gestaltung der Bodenbearbeitung sollte an dem hohen Wasseranspruch der Bohnen ausgerichtet werden. Ziel ist es, durch eine gute Bodenstruktur eine tiefe Durchwurzelung (keine Verdichtungshorizonte!) zu ermöglichen sowie über stabile Porensysteme das Kapillarwasserangebot aus den tieferen Bodenzonen zu erhöhen. Ein hoher Anteil an Grobporen ist wichtig für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr und ist Voraussetzung für eine optimale Besiedlung der Wurzeln mit Knöllchenbakterien (Nodulation) und damit für die Versorgung der Pflanze mit Stickstoff.

Bodenbearbeitung

Pflugeinsatz: nicht immer optimal
Um Bodenverdichtungen zu vermeiden, sollte bei konventionellen Bestellverfahren der Pflug nur bei trockener, schüttender Pflugfurche zum Einsatz kommen.
Bei einer Herbstfurche lässt sich der Pflugeinsatz oft unter trockenen Bodenbedingungen durchführen. Sofern Pflugsohlen aus zurückliegender Bearbeitung bestehen, sind diese vorab über eine Tiefenlockerung zu beseitigen. Ansonsten kann nach einer Herbstfurche auf schweren Böden in Verbindung mit hohen Winterniederschlagsmengen die Wasserinfiltration in den Unterboden beeinträchtigt sein. Die dichtlagernde, oft verschlämmte und nasse Bodenoberfläche im Frühjahr erfordert eine erneute Grubberbearbeitung zur Aussaat. Diese Überfahrt ist jedoch bei begrenzter Befahrbarkeit problematisch und der Bearbeitungshorizont trocknet oft nicht ausreichend ab. Nach einer Frühjahrsfurche im Januar/Februar sind Ackerbohnen haben einen hohen Wasseranspruch. Ackerbohnen benötigen eine intakte Bodenstruktur. BODENBEARBEITUNG/AUSSAAT 14 praxisnah Sonderheft Leguminosen | 2015 schwere Böden dann in idealem Zustand, wenn bei tragfähigem Unterboden gearbeitet werden kann und danach der Boden durch eine mehrtägige Frostperiode abtrocknen kann. Dann sollte die Bohnenaussaat unverzüglich beginnen! Diese vorteilhafte Frosteinwirkung ist aufgrund des schleichenden Klimawandels nicht mehr sicher kalkulierbar. Besonders in feuchten Lagen ist die angestrebte frühe Aussaat deshalb schwer zu realisieren. Keinesfalls darf die Saat in den Boden „geknetet“ werden. Besonders kritisch ist es, wenn der noch feuchte Boden unterhalb der Pflugsohle verdichtet und durch Radschlupf verschmiert wird. Die Ackerbohnen werden dann keine tiefreichende Pfahlwurzel ausbilden können – bei Niederschlagsmangel während des Schossens und der parallel verlaufenden Blüte geht dem Bestand dann schnell das Wasser aus.

Günstigere Boden- und Witterungsbedingungen stellen sich oft erst im späteren Frühjahr gegen Ende März oder im April ein. Solche „Spätsaaten“ sind jedoch risikoreicher, da Blüte und Kornfüllung sich zunehmend in die trockeneren Sommermonate (Juni/Juli) verschieben und die Bohne auf Hitze- und Trockenphasen sehr empfindlich reagiert.

Mulchsaatverfahren richtig gestalten!
Mulchsaatverfahren können kostengünstiger und wassersparender sein und hinterlassen einen im Frühjahr tragfähigeren Boden, sodass eine frühzeitige Bestellung der Bohnen mit größerer Wahrscheinlichkeit möglich wird. Bei konsequentem Pflugverzicht werden Pflugsohlen vermieden, sodass der Unterboden offen und durchwurzelungsfähig bleibt. Das unbeschädigte Kapillarsystem stellt eine gute Wasserversorgung sicher. Auf Flächen von nicht vollständig pfluglos wirtschaftenden Betrieben treten unter Umständen Pflugsohlen auf, die aufgearbeitet werden sollten.

Eine effiziente und nachhaltige Tiefenlockerung auf ca. 40–50 cm erfordert jedoch trockenen Boden sowie eine anschließende Stabilisierung des „überlockerten“ Bodens durch Pflanzenwurzeln, wie denen von Zwischenfrüchten. Ohnehin kann der Anbau von Zwischenfrüchten vor den Leguminosen auch im Rahmen der aktuellen „Greening- Regulierungen“ eine sinnvolle Option sein.

Zeiträume nutzen
Nach der Getreideernte steht bis zur Ackerbohnensaat ein komfortabler, langer Zeitraum zur Verfügung, der gezielt zum Strohmanagement, zur Unkrautregulierung und zur Strukturbildung genutzt werden sollte. Auch fruchtfolgeübergreifende Maßnahmen (Kalkung, Grunddüngung, Kompostausbringung) können hier gut organisiert werden. In Bezug auf das Strohmanagement sind die Grobleguminosen eher „robust“, denn das Saatkorn wird aufgrund der guten Triebkraft und der tiefen Ablage kaum durch das Stroh beeinträchtigt. Da jedoch die Bekämpfung breitblättriger Unkräuter auf der Basis bodenwirksamer Herbizide erfolgt, muss der Strohbedeckungsgrad bei der Anwendung deutlich unter 40 % liegen. Kurze Häcksellängen und das Anschieben der Rotte durch eine Bodenbearbeitung im Herbst gewährleisten dies sicher.

Mulchsaat mit Lockerung
Nach der Getreideernte kann man zunächst das Auflaufen des ersten Ausfallgetreides abwarten. Ist unter der Strohauflage noch Bodenfeuchte vorhanden oder durchdringt ein Regenschauer den Strohmulch, so ist das Auflaufen von Getreidekörnern und Ungrassamen auch ohne Bodenbewegung gesichert. Ein relativ flacher Stoppelsturz beseitigt die Pflanzen dann in einem frühen Stadium vor der Bestockung. Wurzelunkräuter wie Distel und Quecke sollten zunächst ausreichend austreiben. Der Einsatz eines Glyphosat- Produktes kann u.U. bis in den September/Oktober verzögert werden und erspart dann die sonst nötigen Überfahrten mit dem Grubber. Bei Verzicht auf eine Glyphosat-Maßnahme dürften zur Überbrückung des Zeitraumes nach der Getreideernte drei Stoppelbearbeitungsgänge im Herbst erforderlich sein.

Anzustreben ist eine abschließende tiefere Grubberbearbeitung im Spätherbst auf etwa 10 bis 15 cm Tiefe, die meist ab Ende Oktober oder im November in einer noch trockenen Phase durchgeführt werden kann. Ein eher grober, nicht rückverfestigter Boden, der von der Kapillarität gelöst ist, trocknet im Frühjahr besser ab. Das eingemischte Stroh vermindert Bodenverschlämmungen und Dichtlagerungen. Auch nach der Aussaat sorgt das Material für die Durchlüftung des Keimbereiches und für die gewünschte Bodenaktivität.

Stroh-Mulchsysteme können also sehr variabel gestaltet werden und eignen sich somit insgesamt ausgezeichnet für den Ackerbohnenanbau.

Eine gute Befahrbarkeit zur Aussaat ist entscheidend. Frühe Termine – auch auf gefrorenem Boden - sind nicht ausgeschlossen.
Eine gute Befahrbarkeit zur Aussaat ist entscheidend. Frühe Termine – auch auf gefrorenem Boden - sind nicht ausgeschlossen.
Lassen sich Zwischenfrüchte integrieren?
Der lange Zeitraum zwischen Getreideernte und Frühjahrsaussaat der Bohnen kann für den Anbau von Zwischenfrüchten genutzt werden. Diese verbessern die Bodenstruktur und erhöhen den Anteil der Ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des „Greenings“. Meist wird sich die Anbaufolge Weizen – Bohnen – Weizen ergeben, während die Wintergerste vorzugsweise als Rapsvorfrucht steht.
Nach der Weizenernte ergeben sich späte Saattermine für die Zwischenfrucht vor allem dann, wenn das Stroh auf dem Acker verbleibt und eine kostengünstige pfluglose Bestellung erfolgen soll. Die Auswahl an spätsaatverträglichen, frohwüchsigen und sicher abfrierenden Arten für dieses Anbauverfahren ist stark eingeschränkt. Unter den restriktiven Düngeauflagen (max. 40 kg/ha N), in Verbindung mit der starken N-Fixierung durch das Weizenstroh, ist die gewünschte rasche und gleichmäßige Entwicklung der Zwischenfrucht zur Bodenbedeckung und Unkrautunterdrückung nicht immer zu gewährleisten. Empfehlenswert ist daher die Räumung des Weizenstrohs von der Fläche und dann eine sorgfältige tiefere Bodenbearbeitung mit unmittelbar nachfolgender Zwischenfruchtsaat.
Ziel ist es, störende Stoppeln einzuarbeiten, genügend Feinerde zur Einbettung des Zwischenfruchtsaatgutes zu erzeugen und die Restfeuchte des Bodens für die Keimung zu nutzen. Der gelockerte Boden kann von den Wurzeln der Zwischenfrucht tief erschlossen und stabilisiert werden. Dieser Effekt bietet dann optimale Voraussetzungen für die Wurzelentwicklung des Ackerbohnenbestandes.
Gut strukturierter Boden fördert das Wurzelwachstum und den Besatz mit Knöllchenbakterien.
Gut strukturierter Boden fördert das Wurzelwachstum und den Besatz mit Knöllchenbakterien.
Über weitere Maßnahmen muss bereits frühzeitig entschieden werden, denn die Zeitspanne mit vertretbaren Feldbedingungen ab Dezember bis zur angestrebten Aussaat der Bohnen ab Februar/März ist knapp. Infrage kommt das Mulchen des Aufwuchses oder auch die Beseitigung von Ausfallgetreide und Altunkraut durch den Einsatz von Glyphosat. Während das Mulchen auch auf den Ökologischen Vorrangflächen erlaubt ist, entfällt grundsätzlich der Einsatz von Herbiziden und eine Bodenbearbeitung vor dem 15. Februar. Über den jeweils aktuellen Stand der Greening- Bestimmungen, die derzeit (Stand Dezember 2014) in einigen Details noch nicht geklärt sind, sollten vorsichtshalber Informationen erfragt werden. So ist beispielsweise zurzeit nicht zu beantworten, ob eine Direktsaat mit Scheibenscharmaschinen in den Zwischenfruchtbestand hinein vor dem 15. Februar statthaft ist.

Werden die Zwischenfrüchte nicht zur Erfüllung des Greenings angebaut, so entfallen die genannten Restriktionen und die Verfahrensweise kann erheblich flexibler den sich jährlich ändernden Praxisbedingungen angepasst werden.

Direktsaat ohne Lockerung
Ziel dieses Verfahrens ist es primär, den Arbeits- und Maschinenaufwand insgesamt zu reduzieren und eine stabile, intakte Bodenstruktur zu erhalten. Des Weiteren kann eine möglichst lange und intensive Bodenbedeckung das Auflaufen von Unkräutern weitgehend reduzieren. Gelingt dies jedoch nicht, dann können Bodenherbizide keine Wirkung entfalten: Zur Regulierung steht derzeit nur ein Kontaktherbizid (Basagran®) zur Verfügung. Die Blattwirkung erfasst nur wenige Arten und kann auch im Splitting zu Wuchshemmungen der Bohnen führen. Umsetzbar ist dieses Verfahren am ehesten auf grundwasserfernen, strukturreichen Böden mit hoher Bodenaktivität bei insgesamt geringem Unkrautdruck, insbesondere geringer Spätverunkrautung mit wärmebedürftigen Unkräutern.

Die sehr gute Tragfähigkeit nicht bearbeiteter Böden kann bei Verwendung breiter Bereifung und geeigneter Maschinen eine sehr frühe und termingerechte Saat ermöglichen. Zu berücksichtigen ist, dass die Feuchtegehalte unbearbeiteter Böden aufgrund der ungestörten Kapillarität erhöht sind und die Arbeitsqualität von Maschinen mit stärkerem Eingriff (Zinkengeräte) erheblich beeinträchtigt werden kann. Das Schließen der Saatrille ist wichtig, um die Keimbereitschaft des Dunkelkeimers zu gewährleisten und um den Keimling sowie die Keimwurzel vor Herbizideinwirkung zu schützen.

Aussaat und Aussaattechnik

Wann aussäen?
Frühe Saattermine ab Ende Februar bis etwa Mitte März sind aufgrund der Frostverträglichkeit der Keimpflanzen (bis -5 °C) möglich und aus Gründen der Wasserversorgung und Vegetationslänge für die Ertragsbildung von großem Vorteil. Das darf jedoch nicht leichtsinnig machen: Die Befahrbarkeit bzw. ein guter Bodenzustand ist für die Pflanzenentwicklung ebenso wichtig wie ein früherer Saattermin. Spätsaaten ab der zweiten Aprilhälfte erhöhen das Risiko von Mindererträgen, da sich das Längenwachstum und die parallel verlaufende Blüte bzw. auch die Kornausbildung bis weit in Juni hinein erstrecken. Ein möglichst früher Abschluss dieser Phase ist vorteilhaft, da die Bohnen sehr sensibel auf Trockenheit, Hitze und hohe Strahlungsintensität reagieren. Stresssituationen lösen oft auch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit aus. In Regionen mit gesicherter, günstiger Niederschlagsverteilung in den genannten Monaten sinkt das Ertragsrisiko späterer Saattermine. Gut strukturierter Boden fördert das Wurzelwachstum und den Besatz mit Knöllchenbakterien. Direktsaat ohne Lockerung ist nur auf grundwasserfernen Böden und bei geringem Unkrautdruck eine Option. BODENBEARBEITUNG/AUSSAAT 16 praxisnah Sonderheft Leguminosen | 2015 Die Keimung der Ackerbohnen beginnt bei Temperaturen um ca. 5 °C. Entsprechend der Bodentemperatur benötigt der Feldaufgang 10 bis 30 Tage. Anzustreben ist auch unter Berücksichtigung der Saatgutkosten ein Pflanzenbestand von etwa 30 bis 45 Pflanzen je m². Dünne Bestände unter 30 Pflanzen beschatten den Boden erst spät und nicht ausreichend, sodass sich ggf. Spätverunkrautung entwickelt und für lange Zeit eine unproduktive Wasserverdunstung stattfinden kann. Dichte Bestände treiben sich aufgrund der Konkurrenz um Licht stärker in die Höhe und bergen dann erhöhte Lagergefahr.
Zur Berechnung des Saatgutbedarfes müssen Korngewicht und Keimfähigkeit aufgrund der erheblichen Unterschiede zwischen den Partien unbedingt berücksichtigt werden. Der Feldaufgang ist bei ordnungsgemäßer Saat meist unproblematisch. Nur bei widrigen Bedingungen müssen entsprechende Zuschläge kalkuliert werden. Es ergeben sich bei durchschnittlichen Werten Saatmengen von ungefähr 200 bis 250 kg/ha. Besonders dicke Körner mit Tausendkorngewichten um 500 g können in den Dosieraggregaten der Drillmaschine Probleme bereiten – erkennbar an knackenden Geräuschen beim Abdrehen. Bei pneumatischen Drillmaschinen sollten grundsätzlich die Stifte auf der Dosierwelle entfernt werden – eine Brückenbildung im Saattank ist nicht zu befürchten.

Drilltechnik anpassen
Der hohe Keimwasserbedarf erfordert eine tiefe Kornablage auf 6 bis 8 cm. Ist ausreichend Bodenfeuchte gegeben oder eine hohe Niederschlagsmenge zu erwarten, kann man flacher säen. Jedoch sollten mindestens 4 bis 5 cm Tiefe erreicht werden, um die Standfestigkeit nicht zu gefährden und einen ausreichenden Schutz der Saat vor Bodenherbiziden zu gewährleisten. Die geforderten Drilltiefen lassen sich nach Pflugfurche bei konventioneller Drilltechnik auf mittleren Böden nicht immer sicher erreichen. Noch schwieriger ist die Situation bei Mulchsaaten mit Reststoffen und nur flacher Lockerung. Deutlich besser arbeiten moderne Mulchsaatmaschinen, die einen wesentlich höheren Schardruck erzeugen können. Zusätzlich empfehlen sich diese Maschinen durch ihre höhere Schlagkraft und Flächenleistung. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Packerwalzen auf feuchtem Boden nicht zu stark kneten und verdichten.

Für die Direktsaat eignen sich Scheibenscharmaschinen (z. B . Tandemflex/Moore, John Deere 750 A, Tume etc.), die mit hohem Schardruck einen Säschlitz öffnen können und die vorgesehene Ablagetiefe sicher erreichen. Mit diesen Geräten ist auch eine Saat bei leicht gefrorenem Boden (1 bis 2 cm) möglich.

Unübertroffene Genauigkeit in der Tiefenablage und der Standgenauigkeit wird durch Einzelkornsägeräte erreicht, die heute meist bereits in Mulchsaatausführung verbreitet sind. Vergleichsweise geringe Flächenleistung und teure Maschinentechnik belasten allerdings dieses Saatverfahren. Zudem konnten ertragliche Vorteile der Einzelkornsaat in Feldversuchen nicht eindeutig belegt werden.

Extensive Säverfahren verträgt die Ackerbohne aufgrund der hohen Triebkraft gut. Lediglich auf eine gute Keimwasserversorgung und sichere Tiefenablage bzw. Erdbedeckung ist zu achten. Daher ist auch die Saat in einen Erdstrom möglich, die mit speziellen Grubber-/Säkombinationen durchgeführt werden kann. Da die Tiefenablage dabei vergleichsweise unpräzise ist, kann der Feldaufgang ungleichmäßiger sein.

Direktsaaten bieten immer ein hohes Keimwasserangebot, dennoch sollte die Saatrille möglichst geschlossen
Direktsaaten bieten immer ein hohes Keimwasserangebot, dennoch sollte die Saatrille möglichst geschlossen
… und nach der Bohnenernte?
Körnerleguminosen hinterlassen unproblematische Erntereste, die – ähnlich wie beim Raps – aufgrund des günstigen C/N-Verhältnisses leicht und schnell verrotten. Durch die meist optimale Bodenstruktur bietet sich eine Mulchsaat nach nur flacher Lockerung oder gar eine Direktsaat des nachfolgenden Winterweizens an. Gleichzeitig wird die Stickstoffmineralisierung durch den Verzicht auf eine frühe und tiefgehende Bearbeitung in geringerem Maße angeschoben.

Unkomplizierte „Robustkultur“
Körnerleguminosen sind aus den skizzierten Gründen und dank ihrer „Gesundwirkung“ ein wesentlicher Baustein pflugloser Anbausysteme. Hinsichtlich der Ansprüche an das Saatbett sind sie eine echte Robustkultur, sodass auch sehr extensive Bodenbearbeitungssysteme genutzt werden können. Sie stellen jedoch hohe Anforderungen an eine intakte Bodenstruktur. Daher bestimmen die Bodenbedingungen bzw. die Bearbeitungsfähigkeit des Ackers trotz der Forderung nach möglichst früher Bestellung den Aussaattermin. Durch Mulchsaatverfahren lassen sich meist frühere Saattermine realisieren, die sich positiv auf die Bestandesentwicklung und den Ertrag auswirken.

Günter Stemann, FH Südwestfalen
Agrarwirtschaft Soest

Stand: 29.01.2015