Aktuelle Ausgabe 04/2018

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Auch 2014 luden die SAATEN-UNION und die Vereinigte Hagelversicherung zu ihrer Gemeinschaftsveranstaltungsreihe mit einem interessanten Themenmix ein. In Hannover wollten sich rund 300 Gäste über Hagelbilanz, die afrikanische Landwirtschaft, das funktionierende „Unternehmen Pflanzenbau“ und eine reibungslose Betriebsübergabe informieren.

„Die Stimmung in der Landwirtschaft ist grundsätzlich gut. Zwar haben wir nach wie vor volatile Märkte, doch das Tal der Tränen ist durchschritten“, begrüßte der Geschäftsführer der SAATEN-UNION, Marcus Iken, die Gäste.

Bezirksdirektor der Vereinigten Hagelversicherung, Peter Schemmel, gab auf der Bezirksversammlung einen Überblick über 2014: Das Unternehmen verzeichnete einen Flächenzuwachs von 2,5 % auf insgesamt 5.125.397 ha. Dieser Anstieg ist unter anderem auf die gesteigerten Aktivitäten in Lettland und Litauen sowie Belgien zurückzuführen. Im Gesamtunternehmen beläuft sich der Hektarwert auf 1.842 €. Die Prämienentwicklung ist bei der Vereinigten Hagel mit 1,6 % rückläufig, was Schemmel auf die nachlassenden Aktivitäten in Italien zurückführte. Dort werden vermehrt Mehrgefahrenversicherungen angeboten, die auch Schäden durch Sonnenbrand oder Saharastürme mit einschließen können. Bei der Erfassung von (Hagel)Schäden, sind die elektronische Erfassung (MODIS) und die technische Unterstützung durch Drohnen und Quadrokopter stark im Kommen.

v.l.: Peter Schemmel, Eckart Schlamann, Florian Bremer, Marcus Iken, Dr. Martin Banse, Gorden Gosch
v.l.: Peter Schemmel, Eckart Schlamann, Florian Bremer, Marcus Iken, Dr. Martin Banse, Gorden Gosch
Keine allumfassende Lösung für Afrikas Landwirtschaft
Die Bedeutung der Landwirtschaft für Afrika war das Thema von Dr. Martin Banse vom Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig. „Für 65 % aller Afrikaner ist die Landwirtschaft die erste Überlebensgrundlage“, erläuterte er. Allerdings werden nur 30–40 % des Volkseinkommens in Afrika und nur 60 % der afrikanischen Exporterlöse durch die Landwirtschaft erarbeitet. In den letzten 40 Jahren sank der Anteil der weltweiten Exporte von 8 % auf 2 %. Die Notwendigkeit, Lösungen für eine nachhaltigere Nahrungsmittelproduktion und Ernährung zu finden, werde zwar international betont, so der Volkswirtschaftler, doch der Kampf gegen den Hunger werde durch die Vielfalt landwirtschaftlicher Produktionssysteme und der großen Unterschiede der Länder in Afrika sehr erschwert.

Beim Ertrag keine Kompromisse eingehen
Bei der Sortenwahl darf der landwirtschaftliche Unternehmer keine Kompromisse eingehen und sollte auch in Niedrigpreisphasen immer dem Ertragspotenzial einer Sorte oberste Priorität einräumen, lautete die Kernbotschaft von Gorden Gosch, Produktmanager Getreide der SAATEN-UNION. In optimierten Anbauverfahren sei die Sortenwahl die wichtigste Stellschraube für hohe Erträge und hohe Unternehmergewinne. „Unsere ertragreichsten Weizen-, Roggen-, und Triticalesorten bringen 3–5 % Mehrertrag gegenüber bisher verbreiteten Sorten. Das bringt einen um 10–15 % höheren Unternehmergewinn“, erklärte Gosch. Er wies unter anderem auf die Vielzahl eigener produktionstechnischer Versuche hin, mit denen die Sorten noch besser beschrieben werden können: „Damit können wir sehr detaillierte Angaben zur Stress-, Stoppelweizen-, Früh- oder Spätsaatverträglichkeit machen!“

Hofnachfolge frühzeitig regeln
„Die Übergabe kommt nicht von heute auf morgen, die Nachfolge will strategisch vorbereitet sein“, erklärte Eckart Schlamann, Geschäftsführer der entra GmbH aus Lengerich. Zu Beginn des Hofübergabe-Prozesses müssten sich die Übergeber zwei zentrale Fragen beantworten: Was ist das Beste für das Unternehmen, und was ist das Beste für die Familie? In einem Fahrplan „Schritte zur Spitze“ werden Teilziele definiert. Im Idealfall erfolgt der Rückzug des Hofinhabers schrittweise und gleichzeitig werden neue Lebensperspektiven entwickelt. Eine partnerschaftliche Lösung ist das Gesamtziel.

Angelika Sontheimer (Sontheimer PR Büro)

 

Stand: 17.12.2014