Aktuelle Ausgabe 03/2018

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Zwischenfrüchte ergänzen das Pflanzenschutz- und Düngungsmanagement, sodass die Folgekultur(en) profitieren und die Input-Kosten reduziert werden können.

1. Biologische Bekämpfung von Bodenkrankheiten und Nematoden
Gezielter Einsatz von Zwischenfrüchten trägt dazu bei, Fruchtfolgekrankheiten zu reduzieren. Bekanntestes Beispiel ist die Reduzierung von Rübenzystennematoden durch nematodenresistenten Gelbsenf und Ölrettich. Auch die virusbedingte Eisenfleckigkeit, die durch die Trichodorus-Nematoden übertragen wird, kann durch spezielle Ölrettichsorten reduziert werden. Schon lange ist bekannt, dass hier der Ölrettich gegenüber Gelbsenf und Phacelia effizienter ist. Neuere und differenzierte Untersuchungen aus den Niederlanden zeigen aber auch, dass zwischen den Ölrettichsorten starke Unterschiede bestehen, sodass hier eine gezielte Sortenwahl empfohlen wird. Einige Sorten wie z.B. die multiresistenten Sorten Defender und Contra sind darüber hinaus auch auf Verminderung von weiteren Nematoden und Krankheiten überprüft worden und bieten auch dort biologische Reduzierungsmöglichkeiten (s. Übersicht).

Bekämpfungsspektrum von Zwischenfrüchten
Bekämpfungsspektrum von Zwischenfrüchten

2. Bindung von Stickstoff und anderen Nährstoffen über Winter und deren Schutz vor Verlagerung in wurzelferne Schichten

N-Stickstoff vor und nach Winter
N-Stickstoff vor und nach Winter
Nach der Ernte verbleiben viele Nährstoffe im Boden zurück – Art und Menge sind abhängig vom Witterungsverlauf und von der Kultur. Diese Nährstoffe werden idealerweise von Zwischenfrüchten aufgenommen und in organische Masse umgesetzt und so vor Verlagerung in tiefere Bodenschichten durch die Winterniederschläge für die Nachfrucht bewahrt. Insbesondere zum auswaschungsgefährdeten Stickstoff sind in jüngster Zeit verstärkt Untersuchungen durchgeführt worden, die gezeigt haben, dass 10 bis 70 kg Stickstoff in der organischen Masse von Zwischenfrüchten gespeichert werden können. Ölrettich überzeugt hier durch seine schnelle und tiefe Wurzelbildung: Der Boden-Stickstoff wird auch dann aufgenommen, wenn im oberirdischen Aufwuchs ein Stickstoffmangel bereits deutlich zu erkennen ist.
Nmin-Gehalte unter viterra INTENSIV
Nmin-Gehalte unter viterra INTENSIV

Zwischenfruchtmischungen mit Leguminosen können auf Flächen sinnvoll sein, wo wenig Reststickstoff nach der Ernte im Boden verblieben ist. Ein zu hoher Anteil an Leguminosen führt allerdings zu einer Erhöhung des Nmin-Gehaltes und damit zu einer größeren Auswaschungsgefahr.

3. Effektive Unkrautregulierung und Vermeidung von lästigem Durchwuchs
Eine schnelle Anfangsentwicklung und lückenlose Bodenbedeckung der Zwischenfrüchte entziehen Unkräutern Nährstoffe, Wasser und Licht. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass in einem Zwischenfruchtanbau mit Ölrettich in der Regel eine Herbizidmaßnahme weniger in den Zuckerrüben notwendig ist.

Durch die Unterdrückung von Unkräutern werden auch Wirtspflanzen für Pflanzenkrankheiten und Schädlinge verringert, z.B. die virusbedingte Eisenfleckigkeit in Kartoffeln, bei der sich nicht nur das Virus an Unkräutern vermehren kann, sondern auch der übertragende Nematode Unkräuter als Nahrung nutzt. Dichte Zwischenfruchtbestände sind wichtig um eine nesterweise Ausbreitung von Unkräutern zu unterbinden.

4. Erhöhung der Biodiversität, späte Tracht für Insekten
Durch den Anbau von Zwischenfrüchten wie Senf, Ölrettich oder Phacelia verlängert sich das Fenster der Blühpflanzen. Der Anbau von blühenden Mischungen bietet Nahrungsgrundlage für die verschiedensten Insekten welche wiederum als Nahrungsgrundlage für Vögel dienen. Auch Wildtiere profitieren durch angelegte Blühstreifen, da sie zu einer Zeit, in der viele landwirtschaftliche Flächen beerntet sind, noch Deckung finden.

TM-Erträge diverser Zwischenfruchtmischungen
TM-Erträge diverser Zwischenfruchtmischungen

5. Futter- und Biomassegewinnung
Zwischenfrüchte, die viel Biomasse bilden, können als Futter- oder Biomassegewinnung genutzt werden. Je nach Aussaatzeitpunkt nach GPS-Ernte oder nach Getreide besteht die Möglichkeit, noch eine Ernte vor Winter (z.B. viterra® GRANOPUR oder viterra® GRANOLEG) oder aber erst im Folgejahr (z.B. viterra® PROTOVID oder viterra® WICKROGGEN) durchzuführen.

 

Michaela Schlathölter

 

Stand: 07.07.2014