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Triticalezüchtung: Erträge wie Weizen und was kommt noch?

Vor allem Marktfruchtbetriebe sehen in Winterweizen „das Maß der Dinge“, weil diese Kultur ie besten Preise realisiert und damit vordergründig auch für maximale Wirtschaftlichkeit steht.
Betrachtet man aber alle für die Wirtschaftlichkeit relevanten Faktoren, ist Triticale durchaus ine Alternative.

Aufwändige Züchtung

Die Züchtungsmethoden von Triticale und Weizen sind sich ähnlich, denn beide Kulturen sind „Selbstbefruchter“. Gentechnik wird in Deutschland bei der Züchtung zu keinem Zeitpunkt eingesetzt. Weizen und Triticale sind in der Ertrags- und Resistenzzüchtung vom Aufwand her vergleichbar. Die Erhaltungszüchtung ist bei Triticale jedoch aufwändiger. Dafür muss bei Triticale die Züchtung auf Backqualität nicht beachtet werden. 

Auch beim Einsatz modernster Technik dauert die Züchtung einer Sorte sechs bis acht Jahre, gefolgt von drei Jahren Wertprüfung bis zur Zulassung. Züchtungsprojekte, die in diesem Jahr beginnen, sind folglich bis etwa 2025 privat zu finanzieren, ehe durch Saatgutverkäufe Lizenzeinnahmen generiert werden können.

Künftig auch Triticale-Hybriden?

Einige Züchter haben sich ein anspruchsvolles langfristiges Ziel gesetzt: Die Entwicklung von Hybridsorten mit wesentlich höherem Kornertrag und robuster Ertragsstabilität. Dafür wird – wie bei Roggen und Gerste – ein biologisches System entwickelt, um bei der Saatgutproduktion die Bestäubung der Mutter durch den Vater zu optimieren und um im Konsumanbau des Landwirts voll bekörnte Ähren zu gewährleisten. Diese Züchtungsrichtung ist noch komplexer als die bisherige Linienzüchtung, aber sie verspricht große Vorteile für den Landwirt und für den Züchter.

Erste Hybridsorten sind bereits zugelassen. Sie sind jedoch den besten Liniensorten noch nicht überlegen. Neue Generationen von Hybridsorten werden dieses Bild wohl ändern.

Erträge wie Weizen, bei geringerem Input

Bei der Triticalezüchtung hat das Ertragspotenzial Priorität und die potenzielle Ertragsleistung von Triticale steht der des Weizens nicht nach. Dies experimentell mit amtlichen Daten zu belegen ist nicht leicht, da Triticale und Weizen im typischen Fall an verschiedenen Standorten und in getrennten Versuchen mit unterschiedlicher fruchtartspezifischer Bestandesführung/Behandlung durchgeführt werden.

In den vom Bundessortenamt durchgeführten Wertprüfungen 2011 bis 2013 gab es jedoch 15 Orte, an denen sowohl die Wertprüfungen von Winterweizen als auch von Wintertriticale stattfanden (Tab. 1). In diesem Datensatz lassen sich die Erträge der Verrechnungssorten von Weizen und Triticale vergleichen, auch wenn man bei der Interpretation beachten muss, dass sich sowohl Düngung als auch Pflanzenschutz fruchtartenspezifisch unterscheiden. Außerdem wurden 2010 und 2012 sechs Orte ermittelt, an denen auch die derzeit ertragsstärksten Sorten angebaut wurden.

Bisher sind Triticale-Hybriden den neuen Liniensorten - Foto: Schachschneider
Bisher sind Triticale-Hybriden den neuen Liniensorten - Foto: Schachschneider
Diese Zahlen geben interessante und so nicht erwartete Hinweise auf das Ertragspotenzial von modernen Triticalesorten. Die Verrechnungssorten von Weizen und Triticale weisen in beiden Stufen der Behandlung (extensiv und intensiv) praktisch keine Unterschiede auf. Umso bemerkenswerter sind die Daten für die derzeit ertragsstärksten Sorten (SU Agendus für Triticale und Tobak für Weizen, B-Qualität). SU Agendus hat in beiden Varianten einen höheren Kornertrag als die außerordentlich ertragsstarke Sorte Tobak. Hinzu kommt, dass die Ertragsüberlegenheit von Triticale mit einem geringeren Input an Düngung und Fungiziden erreicht wurde (Nachhaltigkeit!). Berücksichtigt man, dass die Kosten der Behandlungen bei Triticale i.d.R. geringer sind als bei Weizen, so zeigt sich darin ein starkes wirtschaftliches Argument für den Triticale-Anbau. Neben dem Kornertrag konzentriert sich der Züchter auf die Eigenschaften, die die Produktionskosten und -risiken positiv beeinflussen: d.h. agronomische Merkmale wie Winterfestigkeit und Standfestigkeit sowie Gesundheitsparameter wie Anfälligkeit für Mehltau, Gelb- und Braunrost. Die Neigung zu Auswuchs züchterisch zu verbessern, ist nur schwer realisierbar und geht dann oft auch zu Lasten des Kornertrages.

Optimale Leistung nur bei sortenspezifischer Bestandesführung

Natürlich verlangen auch Triticalesorten nach einer sortenspezifischen Bestandesführung, sonst lässt sich das teilweise enorme Ertragspotenzial nicht ausschöpfen bzw. ausreichend absichern.

Das betrifft in erster Linie die Wachstumsreglerbehandlung, abhängig von Lagerneigung und Entwicklungsstadium einer Sorte. Die 2012 zugelassene Sorte SU Agendus hat die Einstufung 9/8 im Ertrag und 3 bei Anfälligkeit für Lager. Sie bringt damit eine gute Standfestigkeit mit und benötigt in Normaljahren weniger Wachstumsregleraufwand als Sorten mit einer Lageranfälligkeit von 5 oder gar 6.

Auch bei dem Fungizideinsatz muss die „mitgebrachte“ Sortenresistenz beachtet bzw. ausgenutzt werden. In den letzten Jahren zeigten sich mitunter schnelle Veränderungen bei den Rassen der Blattkrankheiten, d.h. die Erreger passen sich zügig dem Selektionsdruck an und dieses kann sich rasch auf die Feldresistenz auswirken. Die Züchter müssen im Wettlauf mit der Natur mit teuren Verfahren immer neue Resistenzen gegen Blattkrankheiten entwickeln, weil die bestehenden durch neue Rassen unwirksam werden (können). Daher empfiehlt es sich beim Anbau jeder Sorte, den eigenen Praxisschlag zu beobachten. Bei sehr hoher Ertragserwartung ist der rechtzeitige gesplittete Einsatz von Wachstumsreglern und Fungiziden oft gerechtfertigt.

Ausblick: Mehr Ertrag und Gesundheit

Tab. 1: Mittelwert des Kornertrages (dt/ha) von Winterweizen und Wintertriticale an gleichen Standorten der Wertprüfung
Tab. 1: Mittelwert des Kornertrages (dt/ha) von Winterweizen und Wintertriticale an gleichen Standorten der Wertprüfung
Für eine positive Zukunft von Triticale gibt es mindestens drei gute Gründe:

  1. Triticale wird man auch weiterhin vor allem als wertvolles Futtergetreide für den Eigenbedarf und in der Mischfutterindustrie verwenden, die wesentlich größere Mengen als heute verarbeiten könnte/sollte.
     
  2. Unter energetischem Aspekt ist die Ganzpflanzenernte von Triticale sehr attraktiv und ausbaufähig. Diese Nutzungsrichtung hängt aber stark von den politisch beeinflussten Rahmenbedingungen ab.

     
  3. Die Züchtung der „traditionellen“ Liniensorten ist längst noch nicht an ihre Grenzen gestoßen. Neue Sorten werden in den Markt kommen, die in der Kombination von höherem Kornertrag mit guten agronomischen Eigenschaften und ausreichender Gesundheit höhere Maßstäbe setzen werden.

 

Dr. Ralf Schachschneider

 

Stand: 07.05.2014