Aktuelle Ausgabe 03/2018

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Ertragszuwächse von 10–20 % im Vergleich zum Vorjahr sorgten allenthalben für zufriedene Gesichter bei den Maisanbauern. Viele Landwirte hatten Mühe, das Häckselgut in den Lagerstätten unterzubringen und türmten den Mais in den Fahrsilos auf waghalsige Stapelhöhen. Alles nur ein Erfolg aufgrund sehr guter Witterungsbedingungen? Keinesfalls, findet Fachberater Martin Munz.

Raupenfahrzeug an Riesensilo
Raupenfahrzeug an Riesensilo
Andere waren nicht so mutig – sie wollten vermutlich die Statik der Silowände auch nicht überstrapazieren – und entschieden sich dafür, einen Teil der Fläche als Körnermais zu dreschen. Die gegenüber 2010 bis zu 10 % geringere Erntefeuchte motivierte auch Anbauer in späteren Lagen, es 2011 erstmals mit dem Drusch zu versuchen.
Alles nur ein Erfolg aufgrund sehr guter Witterungsbedingungen? Ganz so lapidar sollten wir das Maisjahr 2011 nicht abhaken. Zeigte uns dieses Jahr doch in aller Deutlichkeit, welche Bedingungen der Mais benötigt, um hohe Erträge zu erzielen.

Frühen Aussaattermin anstreben
Frühe Aussaattermine sind ebenfalls Grund für die hohen Maiserträge und die guten Silagequalitäten des letzten Jahres. In Saatzeitversuchen der SAATEN-UNION waren auch in ungünstigeren Jahren Frühsaaten vorteilhaft. Vor allem Betriebe mit einer größeren Maisfläche sollten Mitte April mit der Aussaat beginnen, wenn die Bodenverhältnisse eine trockene und verdichtungsfreie Bestellung zulassen. Dies selbst dann, wenn die Bodentemperaturen noch für eine Keimung zu niedrig sind. Die Nachteile einer späten Saat in ein nicht ausreichend abgetrocknetes Saatbett mit der Gefahr von Bodenverdichtungen sind auf jeden Fall größer als der eventuell schwächere Feldaufgang einer frühen Saat. Die Saatstärke kann bei frühen Aussaatterminen etwas angehoben werden, weil die Restpflanze schwächer ausgebildet wird und eine bessere Kolbenentwicklung zu erwarten ist.

Die optimale Bestandesdichte kann je nach Sortentyp variieren. Beachten Sie daher die Empfehlungen der Züchter. Die SAATEN-UNION führt auf ihrer Versuchsstation in Moosburg jedes Jahr Versuche mit unterschiedlichen Bestandesdichten durch. Die Varianten reichen von 7 Pflanzen/m² bis 13 Pflanzen/m². Mit hohen Pflanzenzahlen von 13 Pflanzen/m² soll absichtlich Stress erzeugt werden, um die Kolbenausbildung der einzelnen Sorten bewerten zu können. Wie Abb. 1 zeigt, reagiert die Sorte Susann deutlich negativer auf hohe Bestandesdichten als die Sorte Alduna. Deshalb sollten bei Susann eher geringere Pflanzenzahlen um 8,5 Pflanzen/m² angestrebt werden, damit sich der typische Hammerkolben ausbilden kann.

A l D U N A bei 7 - 9 - 11 - 13 Pfl./qm (v.l.n.r.)
A l D U N A bei 7 - 9 - 11 - 13 Pfl./qm (v.l.n.r.)

Risikostreuung ist wichtig
Die Trockenheit nach dem Feldaufgang im Mai/Juni hat dem Mais kaum geschadet. Vielmehr führten die hohen Temperaturen zu einem zügigen Jugendwachstum und schnellen Bestandesschluss. Zur Blüte fielen noch rechtzeitig ausreichend Niederschläge, die eine sichere Befruchtung und Kolbenbildung ermöglichten. Fehlt in einem Jahr in diesem sensiblen Stadium das Wasser, können Betriebe ohne Beregnung Ertragsverluste durch den Anbau von Sorten unterschiedlicher Reife, trockentoleranten Sorten (z.B. Alduna) und geringeren Pflanzenzahlen mindern. Die Witterung ab Ende August mit sommerlichen Temperaturen und milden Nächten war für Mais ideal und sorgte für eine zügige Abreife.

S U S A N N bei 7 - 9 - 11 - 13 Pfl./qm (v.l.n.r.)
S U S A N N bei 7 - 9 - 11 - 13 Pfl./qm (v.l.n.r.)
Die Witterung lässt sich für 2012 natürlich nicht vorhersagen. Den Sorten, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Leistungen erzielt haben, sollte daher aus Sicherheitsgründen der Vorzug gegeben werden. Nicht ohne Grund wurde die Sorte Susann vom Bundessortenamt als Verrechnungssorte ausgewählt, an der sich neue Zulassungskandidaten messen müssen.

Stand: 19.12.2011