Aktuelle Ausgabe 02/2018

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Die meisten haben sie noch nie wahrgenommen, die Wenigsten wissen, was sie bedeuten: QR-Codes („Quick Reponse“, deutsch: schnelle Antwort), diese kleinen schwarz-weißen Grafiken mit unidentifizierbaren Mustern. Dabei sind sie wirklich nicht neu. Sie wurden bereits in den 90er Jahren in Japan erfunden, um Autoteile zu verwalten. Immer häufiger tauchen die QR-Codes jetzt auch im Umfeld der Landwirtschaft auf. Thomas Stichnoth, Fachmann für Information und Kommunikation aus Hannover, erläutert die Vorteile und Grenzen dieser kleinen schwarzen Kästchen.

QR, I-Phone
QR, I-Phone
Nicht unähnlich den bekannten Barcodes handelt es sich um zweidimensionale Strichcodes in quadratischer Form mit Mustern statt Strichen. Im Gegensatz zu den üblichen Barcodes lassen sich mit QR-Codes mehr und komplexere Daten erfassen.

Thomas Stichnoth, leine-weber.net
Thomas Stichnoth, leine-weber.net
Einfach fotografieren …
So langsam setzen sich auch hierzulande Smartphones und erschwingliche Internetzugänge durch. Für diese und die neuen Tablet-PCs sind die QR-Codes besonders interessant. Stellen Sie sich vor, Sie suchen mal wieder diese eine Bedienungsanleitung. Die besser Organisierten suchen im Aktenordner, die anderen im Schuhkarton. Die Cleveren fotografieren* einfach den QR-Code und haben Sekunden später alle aktuellen Anleitungen auf dem Display ihres Handys. Ihr Handy entschlüsselt, was in diesem QR-Code hinterlegt ist. Das können z.B. Texte mit bis zu ca. 4000 Zeichen sein. Es kann sich aber ebenso um eine Visitenkarte für das Telefonbuch Ihres Handys, eine Internetadresse, eine Telefonnummer, eine SMS oder Geodaten handeln.

… und lesen
Die reale Welt kennt keine Links zum Anklicken. Sie können vielleicht mit Ihrem Handy googeln oder Sie schreiben es sich auf und setzen sich zu Hause an Ihren Rechner. Das geht auch, aber eben nicht sofort vor Ort, gerade deswegen ist die Verbindung zwischen Handy und Internet so interessant. Es macht die Realität „anklickbar“. Einer der großen Vorteile des Internets liegt in seiner Aktualität. Geschickt eingesetzt, können QR-Codes Informationen an jedem Ort und zu jeder Zeit zugänglich machen. Sie können an allen beliebigen Stellen angebracht sein: auf Sortenschildern am Feldrand für Sorteninformationen, auf Plakaten, Waren, Etiketten, auf Saatgutsäcken für Anbauinformationen, an Bushaltestellen für Fahrplaninfos, auf Pflanzenschutzmitteln mit Informationen zum korrekten Umgang, auf Baustoffen für Verarbeitungsanleitungen, auf Einladungen für den Link zum Routenplaner, auf Maschinen und Ersatzteilen für Wartungshinweise …

Einfach überall da, wo es darauf ankommt, stets mehr aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen als es der Platz normalerweise zulässt. Es ergänzt die Informationen und gibt uns die Möglichkeit, „mehr“ zu erfahren.

In der Landwirtschaft bald Alltag?
In Deutschland findet man QR-Codes noch vorwiegend in der Werbung, seltener in der konkreten Anwendung. Einer der Gründe ist sicherlich in der noch verhältnismäßig geringen Verbreitung von Smartphones und günstigen Tarifen für mobile Internetzugänge zu suchen. In einigen Ländern ist dagegen Internet via Smartphone längst Alltag. Wer die IAA besucht hat, hat vielleicht eine Ahnung davon bekommen, wohin die Entwicklung in den nächsten Monaten gehen wird. Auch in der Landwirtschaft haben Smartphones längst Einzug gehalten und das nicht nur bei den jungen Betriebsleiterinnen und -leitern. Industrie, Züchter und auch landwirtschaftliche Behörden reagieren auf diesen Trend und stellen immer mehr Informationen (zusätzlich) auf diesem Weg zur Verfügung.

Das sei aber auch deutlich gesagt: Letztlich führen die QR-Codes immer auf Internetseiten und diese können im Beratungsfall nie ein persönliches Gespräch mit z.B. einem Fachberater ersetzen. Aber für schnelle Zusatzinformationen sind sie hervorragend geeignet. Gehen Sie doch einfach mal über die nächste Agritechnica und achten Sie auf die unscheinbaren schwarz-weißen Bildchen.

Stand: 24.10.2011