Aktuelle Ausgabe 04/2018

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Wo witterungsbedingt 2011 viele Kulturen die Ertragserwartungen nicht erfüllt haben, sind die Nährstoffentzüge geringer. Hier ist grundsätzlich mit höheren Reserven im Boden zu rechnen. Unter guten Bedingungen werden sich früh und normal gesäte Rapsbestände bis zum Vegetationsende üppig entwickeln und bereits verfügbare Stickstoffreserven aufnehmen. Ein Teil des aufgenommen Stickstoffs kann bei der Frühjahrsdüngung eingespart werden. Die RAPOOL-N-Waage bietet eine einfache Möglichkeit, die mögliche Reduzierung in den Beständen zu ermitteln.

N-Waage von Rapool
N-Waage von Rapool
Kräftiger Raps hilft Stickstoff sparen
Ein normal entwickelter Raps (8–12 Laubblätter, 40 Pfl./m²) hat bis Vegetationsende ca. 50–75 kg/ha N aufgenommen. Bei normaler und günstiger Herbstwitterung könnten in diesem Jahr viele Rapsschläge dieses Ziel bis Vegetationsende erreichen. Eine Aufnahme von mehr als 75 kg N/ha ist teilweise ebenfalls möglich. Basierend auf französischen Erkenntnissen der Cetiom haben 4-jährige bundesweite Versuchsergebnisse der Universität Kiel bestätigt, dass die bereits im Herbst aufgenommenen N-Mengen bei der Frühjahrsdüngung berücksichtigt werden können. So kann jedes über 50 liegende kg Stickstoff, das bereits vor dem Winter aufgenommen wurde, bei der Frühjahrsdüngung zu 70 % angerechnet werden.

RAPPOL-N-Waage zur Stickstoffmessung
In der Theorie einfach, aber wie erfolgt die Kontrolle? Die neu entwickelte RAPOOL-N-Waage ist ein einfaches Hilfsmittel zur Bestimmung der bereits im Herbst aufgenommenen N-Menge. Hierfür wird im Idealfall an mehreren Stellen des Feldes jeweils die oberirdische Frischmasse von einem Quadratmeter abgeschnitten und im mitgelieferten Beutel gewogen. Die Waage zeigt neben der Frischmasse (kg/m²) bereits die vom Bestand aufgenommene N-Menge in kg/ha sowie die Empfehlung zur Frühjahrdüngung. Hat ein kräftiger Raps im Herbst bereits 2 kg Frischmasse/m² aufgebaut, so entspricht dies einer N-Aufnahme von ca. 100 kg N/ha. Im Vergleich zum „Standardraps“ (1 kg/m² Frischmasse bzw. 50 kg im Bestand) lautet die Empfehlung bei der Frühjahrsdüngung die Stickstoffmenge um ca. 35 kg/ha zu reduzieren (siehe Beispielkalkulation). Die Messung sollte zu Vegetationsende im Herbst erfolgen. Sind über Winter größere Blattverluste aufgetreten, kann die Messung auch zu Vegetationsbeginn wiederholt und ein Mittelwert aus beiden Wiegungen gebildet werden.

N-Düngung von Raps
N-Düngung von Raps
Hohe Düngerpreise und ein nachhaltiger Rapsanbau erfordern gezielten Stickstoffeinsatz
Im Hinblick auf hohe Stickstoffpreise und auf die Nachhaltigkeit der Rapsproduktion ist es unerlässlich, den Faktor N-Düngung so effizient und so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Im 3-jährigen Betriebsschnitt dürfen die N-Salden 60 kg/ha im Rahmen der Fruchtfolge nicht überschreiten. Aufgrund der meist schwachen Erträge der diesjährigen Rapsernte sind die N-Salden zum Teil sehr hoch ausgefallen.

Es macht also Sinn, sich weiter um die N-Düngung im Raps zu kümmern und in wüchsigen Jahren auch mal mit 30 kg/ha weniger N zum Ziel zu kommen. Besonders in diesem Rapsjahr!

Die RAPOOL-N-Waage kann kostenlos unter www.rapool.de bestellt werden.

Konnten Sie die Stickstoffdüngung 2012 im Raps reduzieren?
Berichten Sie uns über Ihre Erfahrungen mit der RAPOOL-N-Waage.

  • Wie entwickelten sich Ihre Bestände im Herbst 2011?
  • Welche N-Mengen hatte Ihr Bestand im Herbst aufgenommen, und um welchen Wert haben Sie die Stickstoffmenge im Frühjahr angepasst?
Jeder Teilnehmer an der Befragung bekommt eine Eintrittskarte zu den DLG-Feldtagen in Bernburg 2012. Nähere Informationen unter www.rapool.de !

Gerrit Döpke


Stand: 13.10.2011