Aktuelle Ausgabe 03/2018

Ausgaben

Sonderausgaben

Themen

Impressum

Datenschutzerklärung

Grünhafer für die Biogasanlage? Grünschnitthafer hat  in vielen europäischen Ländern eine lange historische Tradition als Viehfutter. Heinrich Gebert, Biogaserzeuger in Velen, und Dr. Steffen Beuch, Haferzüchter, diskutieren über das Ob und das Wie.
 

Bildquelle: Heinrich Gebert
Bildquelle: Heinrich Gebert
Heinrich Gebert, Biogaserzeuger
Wir betreiben zu dritt als GAP-GmbH im westfälischen Velen eine 500-kW-Biogasanlage. Seit Anfang 2004 in Betrieb, war die Anlage zunächst als Kofermente-Anlage und nicht für Feldsubstrate ausgelegt. Die hohe Faulraumbelastung des vergleichsweise kleinen Fermenters erfordert deshalb sehr zügig abbaubare Substrate.

Neben Silomais experimentierten wir auch mit CCM, Grünroggen, Sonnenblumen und Grünhafer. Den Zweitfruchthafer haben wir nach Wintergerste Ende Juli bis Anfang August mit 180kg/ha ausgesät. Der Bestand schoss ohne viel Bestockung rasch hoch und schob bereits Ende August die ersten Rispen. Geerntet haben wir schließlich nach nur 9 Wochen Vegetationszeit etwa 20 t Frischmasse bzw. 4-4,5 t Trockenmasse. Den Sickersaft fangen wir auf, der geht als Nährlösung ebenfalls in den Fermenter. Im Nachhinein würde ich den Grünhafer nicht mehr ganz so dicht aussäen, der Bestand war insgesamt doch sehr weich. Die 25 m3 Gärrückstand mit 2,5-3% NH4-N waren jedoch gut angelegt, mit weniger Stickstoff hätten wir den Ertrag wohl nicht erreicht.

Bildquelle: SAATEN UNION
Bildquelle: SAATEN UNION
Dr. Steffen Beuch, Haferzüchter
Grünschnitthafer hat eine lange historische Tradition und wird bis heute in einigen europäischen Regionen aufgrund seines hohen Futterwerts und Ertrags angebaut, in der Regel allerdings mehrschnittig nach Frühjahrsaussaat.

Sortenergebnisse liegen aus der Schweiz vor, wo zwei unserer Sorten dreijährig den ersten Platz im TM-Ertrag belegten. Empfehlenswert ist besonders die sehr wüchsige Sorte Nelson. Frühere Saaten z. B. nach Gersten-GPS sind allerdings mehr zu empfehlen als Julisaaten, auch weil die Böden zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ausgetrocknet sind.
 

Stand: 01.01.2007