Aktuelle Ausgabe 03/2018

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Neben Mais hat sich die Getreide-Ganzpflanzensilage als interessanter Rohstoff für die Biogasproduktion etabliert. Roggen hat gegenüber den anderen Getreidearten eine Reihe von Vorzügen. Dr. Heinrich Wortmann von der Hybro Saatzucht GmbH & Co. KG erläutert, wie man mit Biogasroggen die optimale Methanausbeute erzielt

Abb. 1: Grünroggen für frühe, Hybridroggen für späte Erntetermine
Abb. 1: Grünroggen für frühe, Hybridroggen für späte Erntetermine
Roggen bringt wegen seiner zügigen Jugendentwicklung im Frühjahr Vorteile gegenüber anderen Getreidearten. Er ist anspruchslos und bringt auch auf leichten Böden noch eine gute Grünmasseentwicklung.

Welcher Schnittzeitpunkt ist der günstigste?
In einem einortigen Versuch mit drei Hybridsorten wurde die Trockenmasseproduktion und Trockensubstanzentwicklung während der Vegetation ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass der optimale Schnittzeitpunkt für Ganzpflanzensilage im Bereich Ende Milchreife / Anfang Teigreife liegt, in der Regel also Ende Juni bis Anfang Juli. Ein früherer Schnittzeitpunkt – Mitte bis Ende Ährenschieben – hat allerdings den Vorteil, dass eine Nachfrucht auch erfolgreich für die Biomasseproduktion angebaut werden kann. Hierbei steht dann also der Gesamtbiomasseertrag der Fruchtfolge im Vordergrund.

Tab. 1: Biomasseertrag in dt/ha TM mit Hybridroggen 2007
Tab. 1: Biomasseertrag in dt/ha TM mit Hybridroggen 2007
Welcher Sortentyp ist optimal?
Beim frühesten Schnittzeitpunkt (BBCH 51-59) ist der Grünschnittroggen allen anderen Populations- und Hybridsorten im Biomasseertrag und im Trockensubstanzgehalt überlegen (Abb. 1). Da diese Spezialzüchtung schneller in der Entwicklung ist und den optimalen Erntetermin früher erreicht, gewinnt man zudem bis zu eine Woche Vegetationszeit für den Mais. Je weiter der Schnittzeitpunkt zur Körnerernte hin verschoben wird – relevanter Schnittzeitpunkt Milchreife – umso höher ist der Einfluss des Kornertrages. Bei späten Schnittzeitpunkten spricht also alles für den Anbau von ertragsstarken Hybriden. Bei frühen Saatterminen bestockt Grünschnittroggen so gut, dass er schon mit niedrigeren Aussaatstärken höchste Biomasseerträge erzielt (Tab. 1). Ein auf GPS ausgerichteter Hybridroggenanbau sollte sich an dem der ortsüblichen Körnerproduktion ausrichten. Eine zwei Wochen frühere Aussaat, die auch bei etwas früherem Wintereinbruch noch zur Bestockung führt, ist ein Muss bei der Biomasseproduktion zur Ganzpflanzensilage auch beim Hybridroggen. Nur so kann sich im Frühjahr eine gute Bestandesdichte entwickeln.

Tab. 2: Anbauregime für Biomasseproduktion
Tab. 2: Anbauregime für Biomasseproduktion
Pflanzenschutz und Düngung
Für die Qualität der Ganzpflanzensilage ist die Gesunderhaltung der Blätter und des Halmes Grundvoraussetzung. Damit ist eine Fungizidanwendung unumgänglich und ein Stay-Green-Effekt ist durchaus erwünscht. Um die Fungizidkosten so gering wie möglich zu halten, sollten gesunde Sorten gewählt werden. Die Anwendung von Wachstumsreglern ist bei sehr mastigen Beständen für die Standfestigkeit notwendig. Dieses gilt für alle Sortentypen und für alle Schnitttermine (Tab. 2).
Die Stickstoffverteilung muss eine Reduzierung der Bestockungstriebe weitestgehend vermeiden. Eine Spätdüngung ist nicht erforderlich.

Diesem Beitrag liegt ein Vortrag zugrunde, der auf dem Rye-Europe am 13.6.2007 in Berlin-Dahlewitz gehalten wurde. Alle Vorträge dieser Veranstaltung finden Sie unter www.roggenforum.de.

Dr. Heinrich Wortmann

Stand: 01.07.2007