Aktuelle Ausgabe 03/2018

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Der boomende Markt einerseits, die zunehmende Frühsommertrockenheit andererseits – wie reagieren Landwirte hinsichtlich Anbauumfang und Sortenwahl?
praxisnah hörte sich im Mai auf Feldtagen in Gebieten mit Frühsommertrockenheit um.
 

Gerhard Böhme (re.)
Gerhard Böhme (re.)
In Axien, im Landkreis Wittenberg, regnet es wenig und die Niederschläge sind schlecht verteilt. Außerdem ist eine ausgeprägte Frühsommertrockenheit die Regel und danach richtet sich das Geschehen in der Landwirtschaft. Die Böden sind sehr wechselhaft (35-80 BP), zum Teil mit Kiesuntergrund. Trotzdem betreibt Gerhard Böhme vom Landgut Elbeland hier erfolgreichen Ackerbau. Er setzt dabei auf eine weite Fruchtfolge mit Blattfruchtanteil und der Gesundungsfrucht Hafer. Ohne den anspruchslosen Roggen als eine Hauptkulturart ist ein Ackerbau in dieser Region fast nicht denkbar. Wie bei allen Kulturarten minimiert Böhme auch bei Roggen sein Risiko durch eine bedachte Sortenwahl und setzt dabei auf gesunde und leistungsfähige Sorten. Neben den Hybriden Fugato, Rasant, Amato und Askari steht die Populationssorte Matador im Feld.

„Ich probiere Sorten auf mehr als 15 ha selbst aus und treffe allenfalls eine Vorentscheidung über die LSV“, so Böhme „Die Sortenversuche vor Ort zeigen mir klar, welche für diese schwierigen Bedingungen optimal ist und welche eben nicht hierhin passt“. Diese Versuche finden in enger Zusammenarbeit mit der SAATEN-UNION und der BASF statt. Einmal im Jahr werden diese Versuche auf einem Feldtag mit Kollegen diskutiert. Das hat hier im elften Jahr schon Tradition.

Wilhelm Lühe
Wilhelm Lühe
Wilhelm Lühe aus Gohre, Lühe Pöhl Zimmermann GbR trifft seine Sortenentscheidung in erster Linie auf Basis der Information aus Fachmedien. Feldtage geben weitere Anregungen und sind bei der Sortenwahl mitentscheidend.

„Ich werde meine Roggenfläche ausweiten, sicher auch, weil der Preis im Moment durch die hohe Nachfrage stimmt. Außerdem ist der Roggen eine Kulturart, die mit der zunehmenden Frühsommertrockenheit gut zurechtkommt. Im Vergleich zu Weizen bringt Roggen da einfach die höhere Ertragssicherheit mit und schafft bei durchschnittlich 50 Bodenpunkten auch bei wenig Wasser hohe Erträge. Außerdem kann die Bestandesführung bei Roggen extensiver als bei Weizen ausfallen, das ist ein zusätzliches Plus.

Auf meinen Standorten haben wir Probleme mit Braunrost, daher ist für mich bei der Sortenwahl eine gute und stabile Gesundheit einer Sorte vorrangig. Natürlich aber auch die Standfestigkeit und der Ertrag. Besonders aufgrund der guten Ertragsstabilität habe ich Festus, Fugato und Askari im Anbau.“

Lutz Güldenpfennig
Lutz Güldenpfennig
Lutz Güldenpfennig aus Dahrenstedt richtet einmal im Jahr einen Feldtag selbst aus, weil er es wichtig findet, Sorten in der Region zu testen und das Ergebnis dann vor Ort mit den Kollegen zu diskutieren und sich auszutauschen.

„Ich habe viel Vermehrungsfläche im Betrieb und kann daher Roggen nicht weiter als auf ca. 15 % Fruchtfolgeanteil ausbauen. Mein Roggen fließt – von der Vermehrung abgesehen – in den Brotroggenmarkt.

Für mich ist das Wichtigste ein sicheres Erreichen der Qualitäten, dann Gesundheit und Ertrag. Daher habe ich im Moment als Hauptsorte ASKARI im Feld.“

Stand: 01.07.2007