Aktuelle Ausgabe 02/2018

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Um das Intensitätsverhalten von Sorten besser beurteilen zu können, werden z.B. von den Länderdienststellen aber auch von den Züchterhäusern selbst Sortenversuche durchgeführt. Die SAATEN-UNION GmbH, Isernhagen, beobachtet seit Jahren im Rahmen umfangreicher produktionstechnischer Versuche auf mehreren Standorten das Verhalten ihrer Sorten.Bei der Wintergerste umfasste das Sortiment im vergangenen Vegetationsjahr 14 Sorten, darunter fünf Mehrzeiler. Bei der Auswahl der sieben Prüfstandorte wurde darauf geachtet, dass unterschiedliche Bodenqualitäten und Klimaräume abgedeckt werden.

Tab. 1: Intensitätsstufen
Tab. 1: Intensitätsstufen
Nur geringe Unterschiede in den Düngungsvarianten
In Tab. 1 sind die vier Intensitätsstufen beschrieben. Bei der N-Düngung wird eine ährenbetonte Variante mit einer triebbetonten verglichen. Letztere besteht aus einer Herbstgabe, einer höheren Andüngung zu Vegetationsbeginn und der Abschlussdüngung in EC 32/37. Dagegen erhielten die Parzellen der ährenbetonten Stufe eine um 20 kg/ha geringere Andüngung mit der Anschlussgabe bereits in EC 30/31 und einer Spätgabe in EC 49.

Abb. 1: Reaktion des Ertrages auf die Stickstoffdüngung
Abb. 1: Reaktion des Ertrages auf die Stickstoffdüngung
Im Schnitt aller Sorten und Standorte zeigten sich nur geringe Unterschiede zwischen den Düngungsvarianten. Beim Vergleich der zweizeiligen mit den mehrzeiligen Sorten reagierten die Mehrzeiler tendenziell positiver auf die triebbetonte Düngung (Abb.1). Die ährenbetonte Variante konnte nur auf den Standorten höhere Erträge erzielen, bei denen die triebbetonte Düngung Lager verursachte.

Deutliche Unterschiede in den Fungizidvarianten
Die Varianten des Versuches lassen neben der Differenzierung verschiedener N–Varianten auch den Vergleich zwischen einer Einmal- und einer Doppelbehandlung zu.

Im Schnitt aller Sorten konnten durch die zweimalige Fungizidbehandlung höhere Erlöse realisiert werden (Abb. 2). Der Ertragszuwachs durch die Doppelbehandlung fiel bei den Mehrzeilern höher aus, was sich auch im kostenbereinigten Mehrerlös niederschlug (Abb. 3).Schaut man sich das Intensitätsverhalten einzelner Sorten an, zeigen sich interessante Unterschiede der verschiedenen Genotypen.

Abb. 2: Reaktion des kostenbereinigten Erlöses auf die Stickstoffdüngung
Abb. 2: Reaktion des kostenbereinigten Erlöses auf die Stickstoffdüngung
Die großkörnige und gesunde Sorte Carrero hat ihr wirtschaftliches Optimum in der Einfachbehandlung, während FINITA deutlich positiv auf die zweimalige Fungizidbehandlung reagiert. Die beiden mehrzeiligen Sorten MERLOT und LAVERDA bringen in der Doppelbehandlung die wirtschaftlichsten Erträge, wobei die gesündere LAVERDA in der Praxis oft schon mit einer Behandlung auskommt. Der geringe Ertragsanstieg von MERLOT ist auf die gute Toleranz gegenüber den strahlungsbedingten Blattflecken zurückzuführen, welche besonders auf den süddeutschen Standorten die Erträge beeinflussten (Abb. 3).

Martin Munz

Fazit

  • Abb. 3: Vergleich des kostenbereinigten Erlöses bei unterschiedlicher Fungizidbehandlung
    Abb. 3: Vergleich des kostenbereinigten Erlöses bei unterschiedlicher Fungizidbehandlung
    Düngestrategie so ausrichten, dass überzogene Bestandesdichten und Lager vermieden werden.
  • Standfeste Sorten sind im Bezug auf die Düngeverteilung unempfindlicher.
  • Doppel-Fungizidbehandlung nur auf Standorten mit hohem Krankheitsdruck/Strahlung und anfälligen Sorten lohnend.
  • Bei triebbetonter Düngung lohnt höhere Fungizidaufwendungen.
  • Insektizidbeize bei früheren Aussaaten und in klimatisch günstigen Regionen.
Stand: 01.07.2006