Aktuelle Ausgabe 04/2018

Ausgaben

Sonderausgaben

Themen

Impressum

Datenschutzerklärung

In den letzten Jahren hat der Winterweizen auch die Grenzstandorte „erobert“, nicht zuletzt aufgrund des beachtlichen Ertragsfortschritts von 1,5 – 2,0% pro Jahr. Die Praxis hat aber gerade in den nicht klassischen Weizenregionen gezeigt, dass längst nicht jede Sorte für jeden Standort geeignet ist: Einige Sorten rechnen sich auf guten Böden weniger, jedoch bringen sie auf den ärmeren Grenzstandorten bei bester Gesundheit Toperträge.

Stefan Niehoff
Stefan Niehoff
Zu dieser Gruppe gehören ganz klar die Hybriden. Die höhere Wurzelmasse und die intensivere Durchwurzelung verbessern die Nährstoffverfügbarkeit und das Wasseraneignungsvermögen und damit indirekt auch die Stressresistenz. Damit bringen Hybriden gerade auf leichten Standorten bis zu 10 dt Mehrertrag, der die höheren Saatgutkosten mehr als abdeckt. Letztere lassen sich durch die aufgrund der hohen Bestockung geringeren Saatstärke noch reduzieren.
Der Erfolg der Hybriden hängt aber auch von der Bestandesführung ab.

Saatzeit:
Um das hohe Bestockungsvermögen nutzen zu können, brauchen Hybridsorten im Herbst ausreichend Zeit, was bedeutet, dass man möglichst früh drillen sollte. Mittlere Saatzeiten sind jedoch noch möglich, bei Spätsaaten wird die Aussaat aufgrund der höheren Saatstärke zu teuer.

Wurzelbilder Hybridweizen, mit Stress/ohne Stress. Gerade bei ungünstigen Anbaubedingungen sind Hybridweizen im Vorteil.
Wurzelbilder Hybridweizen, mit Stress/ohne Stress. Gerade bei ungünstigen Anbaubedingungen sind Hybridweizen im Vorteil.
Saatstärke:
Natürlich richtet sich wie bei allen Getreidearten auch hier die Saatstärke nach dem Saatzeitpunkt.
Als Grobregel gilt
früh: 130 - 170Kö/m2
spät: 180 - 220Kö/m2

Düngung:
Bei insgesamt 180 - 200kg Stickstoff bei mittlerer Nachlieferung ist die Verteilung der Gaben etwas anders als bei den klassischen Weizensorten. Hybriden sollten eine betonte Startgabe erhalten (80 - 100kg N), um die Bestockung zu fördern. Eine schwache Schossergabe (40 - 60kg N) und eine ortsübliche Ährendüngung (60 - 90kg N) sollten folgen.

Abb. 1: HYBNOS 2B – gesünder als die meisten führenden B-Weizen
Abb. 1: HYBNOS 2B – gesünder als die meisten führenden B-Weizen
Fungizide/Wachstumsregler:
Fungizide und Wachstumsregler sind natürlich grundsätzlich auch bei Hybriden an Standort und Witterung anzupassen. Einige Hybridsorten sind sehr widerstandsfähig gegen die ertragsrelevanten Krankheiten. Wichtig ist bei Hybnos1 und Hybred eine Behandlung gegen Septoria und DTR in EC 37 - 39. Bei Hybnos 2B, einer beliebten Weizensorte in Nordwest-Deutschland, ist eher die rechtzeitige Bekämpfung von Halmbruch und Mehltau von Bedeutung. Eine Ährenbehandlung lohnt immer.

Fazit
Zwar ist das Saatgut von Hybridweizen teurer als von konventionellen Sorten, bei einer angepassten Bestandesführung bringen Hybridsorten aber deutliche Mehrerträge: Besonders auf Grenzstandorten und in Stresssituationen können Hybridweizen ihre Vorteile ausspielen.

Stefan Niehoff

TIPP: Bei Gülledüngung im Frühjahr 1/3 des Stickstoffs zur ersten Gabe und 2/3 zur Ährengabe rechnen, denn oft steht Güllestickstoff sehr spät zur Verfügung.

Stand: 01.07.2006