Aktuelle Ausgabe 04/2018

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Wintergerste dient in Schleswig-Holstein in erster Linie als Vorfrucht vor Raps, dessen Fläche zur Ernte 2004 112.000 ha betrug. Wintergerste wurde zur Ernte 2004 in Schleswig-Holstein aber lediglich auf einer Fläche von 54.794 ha angebaut. Das heißt, dass in Schleswig-Holstein nur etwa 50 % des Rapses von der deutlich besseren Vorfrucht Wintergerste profitieren kann.

Das heißt aber auch, dass immer mehr Raps nach Weizen angebaut wird und dass demzufolge die spätsaatverträglichen Rapshybriden, wie z. B. TALENT, ELEKTRA, TRABANT, TAURUS oder Titan zum Pflichtprogramm eines jeden Rapslandwirtes gehören!

Wintergerste wird in Niedersachsen auch als früh räumende Kultur angebaut, um anschließend vor Zuckerrüben nematodenresistenten Ölrettich als Zwischenfrucht ausdrillen zu können. Es ist dann eine Entseuchungsrate von über 90 % erreichbar, sofern Ölrettichsorten mit der Resistenznote 1, wie COLONEL, CONSUL oder Picobello angebaut werden.
Zu den Sorten der Wahl gehört die sehr standfeste und gesunde Sorte MERLOT, die über gute marktfähige Kornqualitäten verfügt. Darüber hinaus hat sie den großen Vorteil, dass sie nicht mit Blattnekrosen auf extreme Strahlungsintensitäten reagiert. Neben der mittelspäten Sorte MERLOT wurde im Frühjahr 2005 die mittelfrühe, standfeste Wintergerste LAVERDA ebenfalls mit der Ertagsnote 9 zugelassen.

LAVERDA benötigt auf Grund ihrer außergewöhnlichen Gesundheit nur noch eine Fungizidbehandlung, ein Pluspunkt für die Ökonomie der Wintergerste. Standfeste Wintergerstensorten wie MERLOT, CANDESSE und LAVERDA brauchen geringere Mengen an Wachstumsreglern, was deutlich weniger Wachstumsstress, gerade bei Wasserknappheit, in dieser sensiblen Kulturart bedeutet.

Wintergerste sollte mit einem Flächenanteil von 15 % plus x in jedem Betrieb mit Bodenpunkten über 27 angebaut werden, denn Wintergerste hat erhebliche arbeitswirtschaftliche sowie acker- und pflanzenbauliche Vorteile.

Andreas Henze, SAATEN-UNION Fachberatung, Telefon: 04324 8297

Stand: 01.04.2005