Aktuelle Ausgabe 03/2018

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Auf milden, typischen Triticalestandorten etablieren sich die Hybridweizen zunehmend als „Lebensversicherung“ für den Weizenanbau. Die Klimaveränderung ermöglicht oft schon Saattermine von Winterweizen ab Mitte September, wodurch Arbeitsspitzen entzerrt werden.

Um Saatgutkosten weiter zu reduzieren, die Anbau- und Ertragssicherheit der Hybriden aber zu nutzen, versuchen einige erfahrene Hybridweizen-Anbauer die Saatstärke von 150 Körner/m2 auf 100 Körner/m2 zu reduzieren. Ist das ohne Ertragsverluste möglich?

2004 legten die Landwirtschaftskammern NRW und Niedersachsen Weizenversuche mit 150 und 100 Körner/m2 Varianten an. Besonders auf den „Sandböden Niederungen“ be?wiesen die Hybridsorten Hybnos 1 und Hybred ihre enorme Vorzüglichkeit.

Damit ist allerdingss die Produktionstechnik zu berücksichtigen. Denn die Hybriden werden in den LSV mit gleicher Start-N Gabe angedüngt wie konventionelle Sorten und nicht – wie vom Züchter empfohlen – mit ca. 20-30 kg mehr N/ha.

Eine bestockungsfördernde erhöhte N-Düngung lässt aus 100 Körnern/m2 beim Bestockungsfaktor 1:5 ohne Probleme 500 Ähren tragende Halme entwickeln. Genau passend für die milderen Weizen-Standorte. Diese Triebe sind dann alle so leistungsfähig wie der Haupttrieb. Der Vorteil ist, dass die Bestände keine zusätzlichen Nährstoffe und Wassermengen verbrauchen, um zuerst 700 bis 1000 Triebe/m2 aufzubauen, um sie dann wieder zu reduzieren. Die Horste bildenden Pflanzen ergeben gut durchlüftete und schnell abtrocknende Bestände – das Infektionsrisiko für Pilzkrankheiten ist geringer.

Sicherlich gehört etwas Mut dazu, sich an die weiter reduzierte Saatstärke heran zu wagen. Aber bei gutem Saatbett und früher Aussaat überwiegen die Vorteile. Eine Spezialbeize gegen Wurzelkrankheiten und Insekten ist wirtschaftlich.

Klaus Schluze Kremer

Stand: 01.04.2007