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Ertrag und Sicherheit

Der Bedarf an Nahrung, Futter und Energie steigt weltweit mit 2,5 % jährlich schneller als die Produktion. Nach den Gesetzen der Marktwirtschaft führt dies zu steigenden Rohstoffpreisen, die ihrerseits die Produktion stimulieren und so die Versorgung sicherstellen. Doch funktioniert dieser Mechanismus auch für die landwirtschaftlich weitentwickelten Regionen Europas, werden die Landwirte in Deutschland bei steigenden Agrarpreisen ihren Anbau intensivieren? Die Zukunftswerkstatt ist dieser Frage nachgegangen und hat Praktiker nach ihrer Anbaustrategie befragt.

Die knapp sechshundert Befragungsergebnisse werden im folgenden für zwei etwa gleich große Gruppen dargestellt: Die grünen Säulen stehen für die – mehrheitlich westdeutschen – Besucher der Agritechnica im November 2007. Die blauen Säulen repräsentieren die Meinung ostdeutscher Praktiker auf Fachtagungen im Januar 2008. 

Priorität
Priorität
1. Was hat für Sie zukünftig Priorität? Intensivere Produktion oder Kostensenkung?
Diese Frage wurde den Besuchern von SAATEN-UNION-Veranstaltungen bereits im Januar 2005 gestellt. Damals waren nach der letzten großen Getreideernte 2004 die Preise im Keller, das Ergebnis entsprechend: Von den 920 Befragten sahen lediglich 34 % Sinn in weiteren Ertragssteigerungen, für 57 % stand die Kosteneinsparung an erster Stelle!

Es war zu erwarten, dass die Landwirte heute – bei doppelt so hohen Erzeugerpreisen und eher sinkenden Erträgen – wieder eine intensivere Produktion anstreben. Die Praktiker sehen das jedoch genau umgekehrt: Nur noch 27 % setzen auf höhere Erträge, 63 % der Praktiker im Westen und sogar 70 % im Osten jetzt erst recht auf Kostensenkung. 

Kosten Betriebsmittel
Kosten Betriebsmittel
2. Was begrenzt zukünftig Ihren Gewinn?
Bis vor wenigen Jahren wurden regelmäßig die politischen Vorgaben als Gewinnbremse Nummer 1 genannt. Heute werden „Witterungsunbilden“ als genauso hemmend auf den Gewinn eingeschätzt. Mit Abstand an erster Stelle stehen heute jedoch die Kosten für Betriebsmittel, im Januar noch mehr als im November. Auch bei den übrigen Gewinnhemmern gibt es regionale Unterschiede. Die eher weststämmigen Agritechnica-Befragten sehen in den Schaderregern und den Kosten der Arbeitserledigung eine sehr viel größere Bedrohung als die flächenmäßig besser ausgestatteten Ostbetriebe mit geringerem Krankheitsdruck. 

Wo ist ZUchtfortschritt gewünscht?
Wo ist ZUchtfortschritt gewünscht?
3. Wo wünschen Sie vorrangig Zuchtfortschritt?
Mehr Anbausicherheit und mehr Gesundheit kosten Ertrag, weil weniger Kreuzungsmaterial aus dem ertragreicheren, jedoch empfindlicheren Kurzstroh-Genpool eingesetzt werden kann. Deshalb waren die ertragreichsten Liniensorten bisher ausnahmslos fusariumanfällig. Erst mit der Neuzulassung T* hat sich das geändert. Auch die „kontinentalere“ Sorte MULAN ist wesentlich winterfester, früher und ährengesünder als die kurzstrohigen, maritimeren Sortentypen; das muss bei der Beurteilung der herausragenden LSV-Ergebnisse zusätzlich bewertet werden.

Die Praktiker haben dieses erkannt. Sie wissen, dass ein hohes Ertragspotenzial allein zukünftig nicht mehr ausreicht und bewerten folgerichtig die Anbausicherheit und die Resistenzausstattung als genauso wichtig! 

Welche Resitenzen sind am wichtigsten
Welche Resitenzen sind am wichtigsten
4. Welche Resistenzen sind Ihnen am wichtigsten?
Am wichtigsten ist den befragten Landwirten die Resistenz gegen abiotische Stressfaktoren. Dazu gehört bei den ostdeutschen Praktikern verständlicherweise eine hohe Trockenheitstoleranz und Winterfestigkeit; schließlich gibt es hier kaum pflanzenbauliche Korrekturmaßnahmen. Den West­landwirten hingegen ist aufgrund des höheren Ertragspotenzials die Standfestigkeit besonders wichtig und mehr noch als die Blattgesundheit eine ausgeprägte Ährengesundheit. 

Zuchtmethoden
Zuchtmethoden
5. Welche Zuchtmethoden sollen eingesetzt werden?
Im Gegensatz zu anderen Umfragen zeigt die Erhebung der Zukunftswerkstatt eine hohe Aufgeschlossenheit für moderne Züchtungsmethoden. Die Hälfte der Agritechnica-Besucher und sogar Zwei Drittel der Ostbetriebe befürworten – „wenn nötig“ – gentechnische Methoden.

Hier ist freilich zu berücksichtigen, dass es sich bei den Befragten vorwiegend um größere Betriebe und solche mit einem besonderen Interesse an Züchtungsthemen handelt.

Ausschließlich konventionelle Kreuzungstechniken befürworten eine starke Minderheit der SAATEN-UNION-Besucher im Westen. Etwa ein Drittel der Befragten wünscht einen beschleunigten Zuchtfortschritt etwa durch Gewebekulturtechniken oder markergestützte Selektion. 

6. Von wem wünschen Sie mehr Sorteninformation?
Je 34 % der Befragten wünschen sich mehr Sorteninformationen durch Pflanzenzüchter. Dies erklärt sich in erster Linie aus der Stichprobe: Alle Befragten waren ja Besucher des SAATEN-UNION-Messestandes bzw. der SAATEN-UNION-Veranstaltungen, zeigten also schon von daher besonderes Interesse an Sorteninformationen. Noch mehr Informationen vom Bundessortenamt (30 %) wünschen sich vor allem die ostdeutschen Betriebe, während im Westen mehr Sorteninformationen von der Privatberatung gewünscht (14 %) wird.

Härtetest schafft mehr Sicherheit
Der Getreidebedarf für Tisch, Trog und Tank steigt, die Landwirtschaft kann dauerhaft mit festeren Preisen rechnen. Trotzdem sind die deutschen Landwirte offensichtlich nicht bereit für eine große Erzeugungsschlacht. Im Gegenteil, sie achten jetzt erst recht auf sichere Erträge und effiziente Betriebsmittel, dazu gehören in erster Linie auch die Sorte und das Saatgut.

 

Neben der zunehmenden Trockenheit wird der Ertragsfortschritt vor allem durch die warmen Winter bedroht, der die Pflanzenalterung be­schleunigt und die Wurzel- und Blattgesundheit schwächt. Die zukünftigen Züchtungs- und Beratungsaktivitäten der SAATEN-UNION räumen diesem Aspekt hohe Priorität ein. Sorten werden nicht für die heile Welt der Wertprüfung entwickelt, sondern für die raue Praxis. Die Züchter der SAATEN-UNION haben deshalb ihre Prüfkapazität auf Stressstandorten europaweit ausgedehnt. Bei Winterweizen durchläuft zudem jeder aussichtsreiche neue Stamm eine mehrortige Stressprüfung, wo mit pflugloser Bestellung, Weizenvorfrucht und früher Saatzeit die Wurzelkraft und das Resistenzverhalten der Sorten aufs Äußerste gefordert werden. Nach der Ernte 2008 wird die praxisnah ausführlich über diese Ergebnisse berichten. 

Sven Böse 

Stand: 08.05.2008