Aktuelle Ausgabe 01/2024

Ausgaben

Sonderausgaben

Themen

Abonnement

Impressum

Datenschutzerklärung

Cookie-Einstellungen

Finden zweizeilige Winterfuttergersten den Weg auf norddeutsche Äcker?

Was man in Süddeutschland wie selbstverständlich auf den Feldern findet, ist im Norden und besonders in Schleswig-Holstein eher eine Rarität: zweizeilige Winterfuttergerste. Zwar gehen einerseits die Viehbestände zurück, andererseits aber öffnen sich neue Märkte. praxisnah sprach mit Helge Treuherz, Landhandel Trede & von Pein, und Janne Vogt, Landhandel Röschmann, über die Chancen für diese Kultur im Markt für Pferdemüsli und die Zukunft für zweizeilige Futtergerste in Norddeutschland.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Landhandel Röschmann hat früh erkannt, dass der Pferdefuttermarkt sich massiv verändert und sich damit auch für Futtergerste öffnet. Gründe hierfür sind, dass Freizeit-Reitpferde nur wenig Energie im Futterbenötigen und auch Allergien und bestimmte Krnkheiten bei den Tieren zunehmen. Der Trend geht schon seit Jahren daher zum Pferdemüsli. Und hier bietet das Unternehmen für die unterschiedlichsten Pferdetypen Müslivarianten an. Zurzeit hat Wintergerste einen Anteil an den Müslisorten von im Schnitt 30-35 %. Für das Produkt Müsli müssen Gerstenkörner groß und gelb sein, um den Ansprüchen zu genügen. Da zweizeilige Gersten tendenziell die größeren Körner haben und auch das höhere Hl-Gewicht, werden zweizeilige Gersten für die Müsliproduktion bevorzugt.

Für die Landwirte und Landwirtinnen ist es dabei wichtig, ertragsstarke und standfeste Sorten zu wählen. Um ertraglich an die mehrzeiligen Sorten heranzukommen, müssen zweizeilige Gersten anders geführt werden. Das fängt mit einer höheren Aussaatstärke an (Ziel: 900 Ähren/m²) und daher muss dann auch eine höhere Andüngung erfolgen. Zudem wird weniger Pflanzenschutz benötigt. Die hier bevorzugte Sorte BORDEAUX reagiert darüber hinaus sehr gut auf Wachstumsregler, eine aus Sicht der Sorte zu hohe Aufwandmenge kostet Ertrag.

Trede & von Pein führt zu solchen Fragestellungen auch Anbauversuche durch. Es hat sich gezeigt, dass durch die hohe Bestandesdichte auch die Unkrautunterdrückung gut ist - das Problemgras Ackerfuchsschwanz ist in zweizeiligen Beständen weniger zu beobachten als in den lockeren mehrzeiligen Beständen.


Stand: 03.07.2023