Aktuelle Ausgabe 01/2023

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Die Welthaferkonferenz findet im Regelfall nur alle vier Jahre statt und bietet die weltweit einzige Plattform zum Austausch über diese Fruchtart. Dieses Mal fand sie – coronabedingt erst nach 6 Jahren – in Australien statt. Dr. Steffen Beuch, Haferzüchter der Nordsaat Saatzucht berichtet von neuen Entwicklungen beim Thema Hafer.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Wichtige Themenblöcke der Konferenz waren

  • Gesundheitstrends,
  • innovative Produkte und Qualität,
  • Pflanzenphysiologie und Stresstoleranz des Hafers,
  • Haferzüchtung und Biotechnologie,
  • Marktentwicklungen sowie
  • Agronomie und
  • Anbauverfahren.

Australiens Politik unterstützt trotz fehlender Beihilfen den Haferanbau im Land in vielfältiger Art und Weise, denn die australische Haferbranche wuchs in den letzten 20 Jahren stetig. Für verschiedene Projekte im Haferbereich gibt allein Westaustralien in den nächsten vier Jahren etwa 12 Mio. AU$ aus. Dabei geht es vor allem um die Inhaltsstoffe ß-Glucan und Fett im Schälhaferbereich sowie um die Entwicklung von besseren Sortenresistenzen gegen Befall mit Septoria. Septoria ist die mit Abstand wichtigste Blattkrankheit im westaustralischen Haferanbau. Darüber hinaus sollen weitere Projekte in der westaustralischen Haferverarbeitung unterstützt werden, die auch zu neuen, innovativen Produkten wie z. B. einem auf der Konferenz gezeigten ess- oder kompostierbaren Trinkbecher für Heiß- und Kaltgetränke führen sollen.

Die australische Haferzüchtung hat maßgeblich von der Einführung von Kurzstrohgenen profitiert. Dadurch konnte der Kornertrag in neuen Hafersorten bei besserer Kornqualität um 17–20 % gesteigert werden. Im Praxisanbau jedoch stagniert die Ertragsentwicklung neuer Hafersorten in Australien seit fast 20 Jahren, was die australische Haferindustrie besorgt und zu neuen Forschungsansätzen motiviert. In einer so stark ausschließlich vom eigenen ökonomischen Erfolg abhängigen Landwirtschaft wie in Australien ist der Kornertrag einer Fruchtart das herausragende Merkmal für deren wirtschaftliche Attraktivität.

Wissenschaftlich herausragend waren die Beiträge zur Genomsequenzierung des Hafers eines internationalen Forschungsverbundes. Hierdurch ergeben sich in Zukunft völlig neue Ansätze für leistungsstärkere Sorten. Die gegenwärtig laufenden Arbeiten dazu umfassen auch die Genomanalyse der in Deutschland zugelassenen Qualitätshafersorte Lion und der sehr ertragreichen, mehltauresistenten Hafersorte Delfin. Daher wird auch die deutsche Haferzüchtung mit großer Sicherheit von dieser wissenschaftlichen Grundlagenarbeit profitieren.

Die globalen Anbauflächen des Hafers gehen aufgrund der wirtschaftlichen Attraktivität anderer Feldfrüchte langsam zurück. Auf der anderen Seite jedoch sorgt die weiter kontinuierlich wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln auf Haferbasis für einen steigenden Bedarf der internationalen Haferindustrie. Vor allem auf Hafer basierende Milchersatzgetränke werden als globaler „Game Changer“ mit nahezu endlosen Möglichkeiten bezeichnet 


Stand: 15.12.2022