Aktuelle Ausgabe 03/2022

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Nährstoffe müssen immer effektiver eingesetzt und im Anbausystem gehalten werden! Denn bei deutlich gestiegenen Düngemittelpreise, Restriktionen zur Nährstoffapplikationund bei einem stärkeren Bewusstsein für Ressourcen- und Umweltschutz steht die Nährstoffeffizienz so sehr im Fokus wie lange nicht.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Ein strategischer Einsatz von Zwischenfrüchten bietet hier Lösungsansätze:

1. Nährstoffe vor Auswaschung schützen

2. Zusätzliche Nährstoffe mobilisieren

3. Nährstoffübertragung zur Folgefrucht


Welche Nährstoffnachlieferung kann man für die Folgefrucht erwarten?

Es ist schwierig, den Umfang und Zeitpunkt der N-Mineralisation aus der Zwischenfrucht exakt zu bestimmen. Wird Folgendes beachtet, lässt sich jedoch eine gute Einschätzung abgeben:

  • Aussaattermin und Biomassebildung: Je früher der Aussaattermin, desto mehr Zeit steht für die Nährstoffaufnahme, die Biomassebildung und die Stickstofffixierung zur Verfügung.
  • • Entwicklungszustand: Je weiter die Zwischenfrucht entwickelt ist, desto höher die Verholzung und desto weiter ist das C/N-Verhältnis, wodurch die Mineralisation verlangsamt wird.
  • Umbruchtermin: Späte Umbruchtermine schützen zwar vor Nährstoffauswaschung, aber die Nährstoffe stehen auch erst später der Folgefrucht zur Verfügung.
  • Art der Einarbeitung: Je stärker die Biomasse zerkleinert und je flacher sie im Boden eingearbeitet wurde, desto schneller werden die Nährstoffe wieder frei.
  • Bodenzustand und -struktur: Ein leicht erwärmbarer Boden mit gutem Gasaustausch und gesunder Bodenstruktur fördert eine schnelle Umsetzung der organischen Substanz im Boden.
  • Zwischenfruchtart: Zwischenfrüchte unterscheiden sich in ihrem N-Aneignungsvermögen und haben damit mehr oder weniger Stickstoff in der Biomasse. Zudem setzt bei winterharten Zwischenfrüchten die Mineralisation später ein als bei nicht-winterharten Zwischenfrüchten. Leguminosen fixieren zusätzlich Luftstickstoff in der Biomasse.
  • Wurzel-Spross-Verhältnis: Wurzeln haben ein weiteres C/N-Verhältnis und langsamere Mineralisation als die oberirdische Biomasse.

Fazit

Man kann mit Zwischenfrüchten Düngerkosten einsparen!

Durch Nährstoffgewinnung und Schutz vor Nährstoffverlagerung wirkt sich der Zwischenfruchtanbau positiv auf die Stickstoffversorgung der Folgefrucht aus, egal ob mit oder ohne Leguminosen. Ein Netto-Stickstoffgewinn ist aber nur mit leguminosenhaltigen Mischungen zu erzielen.


Stand: 28.06.2022