Aktuelle Ausgabe 03/2022

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Beim Videodreh der „Land & Forst“ am 9. Mai standen aktuelle und auch zukünftige Hybridroggensorten im Rampenlicht. Die 8-Stunden-Arbeit m Zuchtgarten der Hybro Saatzucht führte schließlich zu einem der beliebten „Land & Forst-Expertengespräche“ – zu finden auf YouTube. Catrin Hahn war dabei und fasst die Highlights zusammen.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Moderator Christian Mühlhausen konnte gleich drei Roggenexperten auf den Flächen des in Wulfsode ansässigen SAATEN-UNION Partners interviewen: Landwirt Philipp Momeyer, Produktmanager der SAATEN-UNION Paul Schmieja und Dr. Bernd Hackauf, Züchtungsforscher vom JKI*.

Landwirt Philipp Momeyer ist von Hybridroggen überzeugt, auf dem Feld und im Futtertrog seiner Schweine. Er wünscht sich von der Züchtung vor allem kürzere und standfestere Sorten.

Paul Schmieja, Produktmanager Hybridroggen, hält es für besonders wichtig, angesichts der klimatischen Veränderungen nach stabilen und zuverlässigen Kulturarten zu suchen. „Wir stellen in Effizienzversuchen fest, dass sowohl auf leichten als auch auf schweren Böden der Roggen bei geringeren Ansprüchen dem Weizen ertraglich oft überlegen ist.“

Dr. Bernd Hackauf, Züchtungsforscher vom JKI, arbeitet gemeinsam mit de HYBRO an der Entwicklung kurzstrohiger Hybriden mit hoher Mutterkornabwehr. Aus der 2014 gestarteten Kooperation mit der HYBRO ist 2019 das transnationale Projekt „RYE-SUS“ unter Mitwirkung von elf Partnern aus sieben Ländern entstanden. Beteiligt sind wissenschaftliche Einrichtungen und Züchterhäuser aus Deutschland, Österreich, Kanada, Polen, Finnland, Norwegen und Estland. In diesem Projekt wurden im Verlauf der letzten drei Jahre die im Vorläuferprojekt entwickelten Saatelterlinien mit der Halbzwerg-Mutation zur Erstellung und umfassenden Prüfung von Experimental-Halbhybriden mit genetischer Halmverkürzung eingesetzt.

„Wenn alles gut geht, wird die HYBRO nach Wertprüfung durch das Bundessortenamt in etwa fünf Jahren die ersten standfesten und ertragreichen Halbzwerg-Hybriden mit hoher Mutterkornabwehr anbieten! Das ist eine neue Ära des Roggenanbaues. Sie können z. B. dort genutzt werden, wo Vorgaben zur Produktion ohne Wachstumsregulatoren gemacht werden. Wir haben festgestellt, dass sie über die gleiche Durchwurzelungstiefe, aber in höheren Bodenschichten über eine höhere Wurzeldichte verfügen, was ihnen eine gute Standfestigkeit sowie eine verbesserte Wasser- und Nährstoffaufnahme verleiht. Anfang Juli 2021 hatten wir Niederschläge von 200 l/m2 in kurzer Zeit. Alle normalstrohigen Experimentalhybriden und -Sorten gingen ins Lager, die Halbzwerge mit ihrer maximalen Wuchshöhe von 1,20 m blieben stehen.“


Stand: 27.06.2022