Aktuelle Ausgabe 03/2022

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Dr. Sabine Andert, Landwirtin im nördlichen Sachsen-Anhalt, berichtet von ihren Erfahrungen mit Verzwergungsviren in Wintergerste und von ihren Gegenstrategien. Für sie ist die Resistenzzüchtung für ihr Pflanzenschutzmanagement nicht nur mit Blick auf Verzwergungsviren elementar.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Wintergerste ist in der Fruchtfolge des Familienbetriebes in der Altmark (nördliches Sachsen-Anhalt) die multifunktionale Kultur. Meist nach Winterweizen angebaut, überzeugt sie durch eine hohe Ertragssicherheit.

Seit dem Frühjahr 2021 kommt es zu einenm zunehmender Befall mit Verzwergungsviren. Die Pflanzen in den befallenen Nestern sind gedrungen, jedoch stärker bestockt als Pflanzen außerhalb der auffälligen Nester. Beginnend von der Blattspitze vergilben die Blattscheiden. In der Schossphase wurden die Wuchsunterschiede zwischen den befallenen Pflanzen in den Nestern im Vergleich zur Restfläche immer deutlicher, das Schossen der befallenen Pflanzen bleibt überwiegend aus. Das Fahnenblatt färbte sich gelblich, die Ährenbildung der befallenen Pflanzen war stark reduziert. Infolgedessen setzte die vorzeitige Reife mit ungenügender Kornausbildung ein und auf den befallenen Pflanzen kam es zu einem vorzeitigen Befall mit Schwärzepilzen.

Sabine Andert nahm am Virusmonitoring der SAATEN-UNION und erhielt so die Diagnose Gelbverzwergungsvirus (BYDV). Der wirtschaftliche Schaden auf den betroffenen Feldern lag bei bis zu 50 % .

Die gravierenden Ertragsverluste in den Befallsnestern führten zu einer Analyse und Anpassung des Gerstenanbaues:

  • konsequente Beseitigung des Ausfallgetreides
  • Wahl des geeigneten Saatzeitpunktes
  • Sortenwahl ist zentrales Element bei der Viruskontrolle: Es werden eigene Sortenversuche durchgeführt.
  • Vermeidung grüner Brücken (Läuse!)

Stand: 27.06.2022