Aktuelle Ausgabe 03/2022

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Enorme Schwankungen der Erzeugerpreise, parallel dazu rasant steigenden Düngemittelkosten, gepaart mit teilweise erheblichen Lieferengpässen und jetzt auch noch der Krieg in der Ukraine, der die Märkte durcheinanderwirbelt: Was bedeutet das alles für die anstehende Fruchtfolgeplanung? Dr. Stephan Deike, Landberatung GmbH, über mögliche ackerbauliche Strategien.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Getreide- und Ölfrüchte weisen daher unter den derzeitigen Gegebenheiten eine hohe Vorzüglichkeit auf. Dabei rückt auch und vor allem der Sonnenblumenanbau infolge der besonderen Marktstellung der Ukraine als größtes Exportland in den Fokus. Im Gegensatz dazu treten andere wichtige Fruchtfolgeglieder – z. B. Silomais für die Biogasnutzung oder die Zuckerrübe, – die weniger starke Preisanstiege zeigen, kurzfristig eher in den Hintergrund. Aufgrund der stark gestiegenen Preise bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Diesel sowie Maschinenkosten erscheint für viele zudem der Ausbau von Kulturen mit geringerem Faktoreinsatz interessant.

Sonnenblumen, Sommergetreide, Körnerleguminosen und letztlich auch Körnermais sind in vielen Fällen echte Alternativen und gerade unter den jetzigen Marktvoraussetzungen mehr als nur Lückenfüller. Die oftmals geringeren Marktleistungen der Sommerungen müssen durch Einsparungen beim Betriebsmitteleinsatz und durch positive Vorfrucht- bzw. Fruchtfolgeeffekte ausgeglichen werden. Für gute betriebswirtschaftliche Ergebnisse ist jedoch vor allem eine durchdachte Vermarktung maßgeblich.

In jedem Fall sollten die angebauten Kulturen zum Standort und zur Betriebsstruktur passen. Etwaige Förderprogramme oder politische Anreize können die Anbauwürdigkeit zwar verbessern, strukturelle Probleme bezüglich Anbau und Vermarktung können sie aber meist nicht ausgleichen.


Stand: 27.04.2022