Aktuelle Ausgabe 04/2021

Ausgaben

Sonderausgaben

Themen

Abonnement

Impressum

Datenschutzerklärung

Die landwirtschaftliche Gewässerschutzberatung wurde Anfang der 1990er-Jahre etabliert, um Nitratausträge zu reduzieren und eine gute Grund- bzw. Trinkwasserqualität zu sichern. Neben dem Nährstoff Stickstoff gewinnt zunehmend die Vermeidung von Phosphoreinträgen in das Oberflächengewässer an Bedeutung. Simon Geries, Büro für Standorterkundung Geries Ingenieure GmbH, beschreibt die Einflussmöglichkeiten über die Fruchtfolgegestaltung.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Eine aufgelockerte Fruchtfolge ist ein wichtiges Werkzeug, um N-Überschüsse vor Beginn der Sickerwasserperiode im Herbst zu minimieren. Ziel der Fruchtfolgegestaltung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen humuszehrenden und humusmehrenden Kulturen, Sommerungen und Winterungen sowie Halm- und Blattfrüchten. An Beispielen aus der Praxis wird gezeigt, dass z. B. eine Veränderung der klassischen Fruchtfolge Raps/Winterweizen/Winterweizen/Wintergerste den N-Saldo auf schwachen Standorten um 50 kg/ha reduzieren kann. Die Hinzunahme von Mais als Sommerung, Zwischenfrüchten und Winterroggen statt Winterweizen hat darüber hinaus auch Vorteile beim Pflanzenschutz-Resistenzmanagment und senkt die Produktionskosten.

Wichtig ist aber auch die Anordnung der Fruchtfolgeglieder. Wintergerste hat zum Beispiel den Vorteil, dass sie den nach Raps vorhandenen Stickstoff deutlich effektiver aufnimmt als Winterweizen.

Auch mit einer geschickten Wahl der Zusammensetzung von Zwischenfruchtmischungen lässt sich viel erreichen: Durch Leguminosen in der Zwischenfrucht kann der Folgefrucht mehr Stickstoff zur Verfügung gestellt werden, als es die DüV vorgibt. Eine Düngung der Zwischenfrucht selbst wird dann auf sandigen Standorten auch überflüssig. Die tiefreichende Wurzelmasse unter einer Zwischenfruchtmischung erweitert zudem für die Nachfolgekultur den Aufnahmeradius für Nährstoffe und deren Verfügbarkeit: Diese werden dann effektiver genutzt


Stand: 12.10.2021