Aktuelle Ausgabe 04/2021

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Die neugefasste Düngeverordnung schränkt die Herbstdüngung der Ackerflächen stark ein. Inwieweit können Zwischenfrüchte den wertvollen Stickstoff in der Fruchtfolge halten und welchen Effekt hat hier eine Düngung der Zwischenfrüchte? Heiko Gläser, Beratungsgesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung/Direktsaat in Sachsen UG, stellt Versuchsergebnisse zu dieser Fragestellung vor.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Mit Zwischenfrüchten kann frei verfügbarer Stickstoff nach der Ernte der Hauptfrucht gebunden und in die nächste Vegetationsperiode überführt werden, ohne dass er ausgewaschen wird. Eine Herbstdüngung kann das Biomassewachstum vor Winter unterstützen und erhöht die N-Aufnahme. Es kommt hier jedoch stark auf die Arten in der Zwischenfruchtmischung an. Auch der Zeitpunkt der Düngung ist entscheidend: Je später sie erfolgt, umso mehr steigt die Gefahr, dass der Stickstoff nicht mehr aufgenommen wird.

Die Herbstdüngung kann den Bodenstickstoffgehalt im Frühjahr erhöhen, was den Düngebedarf reduziert.

Die Frage des Zeitpunktes der Freisetzung des Stickstoffs aus der absterbenden Biomasse ist pflanzenbaulich interessant, jedoch schwer zu beantworten. Viele Faktoren wie Witterung, Standort oder auch Beschaffenheit des organischen Materials spielen dabei eine Rolle. Je enger das C/N-Verhältnis ist, desto schneller wird der Stickstoff wieder freigesetzt. Das C/N Verhältnis wird zum einen durch den Aussaatzeitpunkt und zum anderen durch die Pflanzenart bestimmt.

Nach wie vor fehlen aber exakte Aussagen, wann der Stickstoff aus der Biomasse der Zwischenfrucht freigesetzt wird, sodass eine Anrechnung auf die unterschiedlichen Düngegaben schwierig ist.


Stand: 15.10.2021