Aktuelle Ausgabe 02/2021

Ausgaben

Sonderausgaben

Themen

Abonnement

Impressum

Datenschutzerklärung

Seit 2016 läuft auf der SAATEN-UNION Versuchsstation ein Sorten-/Düngeversuch mit insgesamt 1.080 Parzellen in einer 5-jährigen Fruchtfolge. Die beteiligten Akteure aus Kalk- und Mineraldüngerindustrie, Züchtung, Landtechnik und Forschung untersuchen den Einfluss verschiedener Parameter wie u. a. Düngerform und -ausbringung auf den Ertrag verschiedener Kulturen. Adrian Urban, Fachberatung Yara, gibt einen Einblick in das Fruchtfolgeglied Mais.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Versuchsfragen:

  1. Lässt sich die N-Effizienz durch Phosphat und Kalkdüngung verbessern?
  2. Welchen Einfluss haben Stickstoff- und Schwefeldüngung auf den Ertrag?
  3. Gibt es Ertragseffekte bei den unterschiedlichen Düngerausbringungsverfahren: „breitflächig“ bzw. „unterfuß“?
  4. 4ind beobachtbare Effekte während der Jugendentwicklung auch im Ertrag wiederzufinden?

Versuchsergebnisse in Kurzform:

1. Versuchsfrage: Eine optimale Phosphatversorgung führt zu einem höheren Ertrag und damit zu einer besseren Stickstoffausnutzung. Der Versuch liefert Hinweise, dass ein zu hohes Phosphatangebot den Ertrag negativ beeinflusst.

Unabhängig vom eingesetzten Kalkdünger ließ sich über die Versuchsjahre der pH-Wert erhöhen und näher an das standortspezifische Optimum bringen. Bei niedrigem Ausgangs-pH zeigte die Kalkung deutliche Effekte auf den Ertrag und verbessert dadurch die Nährstoff-Effizienz.

2. Versuchsfrage: Die Stickstoffform spielt bei der Maisdüngung eine eher untergeordnete Rolle.  Bezogen auf das Stickstoffdüngungsniveau hat der Mais ein sehr breites Optimum, da dieser enorm von der Mineralisation des organisch gebundenen Stickstoffs im Bodenpool während der warmen Sommermonate profitiert. Die Kombination von Nitrat und Ammonium im Mineraldünger in Ergänzung zum organischen Nährstoffangebot führt zu einer höheren Gesamtnährstoff-Aufnahme der Pflanzen im Vergleich zu einer einseitigen Ernährung.

Die Stickstoffmenge, die über den Unterfußdünger eingebracht wird, sollte sich ungefähr auf dem Niveau der Phosphatmenge bewegen. Auch hier wirkt sich ein Zuviel negativ aus.

Die Stickstoffversorgung ist untrennbar auch mit der Schwefelversorgung verbunden. Mais hat einen insgesamt hohen Schwefelbedarf, der zum größten Teil über organische Dünger und den Bodenvorrat abgedeckt wird, sofern es sich um einen biologisch aktiven Boden handelt und die Temperaturen ausreichen. Besonders in der Jugendentwicklung spielt Schwefel für die Umsetzung von Stickstoff in der Pflanze eine sehr wichtige Rolle. Um in dieser entscheidenden Phase eine frühzeitige Versorgung der Maispflanzen zu sichern und einen Mangel zu vermeiden, reichen kleine Mengen von ungefähr 10 kg Schwefel je Hektar im Mineraldünger aus.

3. Versuchsfrage: Es konnte gezeigt werden, dass bei gleicher Düngungshöhe das bewährte Verfahren der Unterfußdüngung einen Ertragsvorteil von 2,4 dt/ha gebracht hat.

4. Versuchsfrage: Die beiden Varianten N+P+S beziehungsweise N+P+Mg+S+B+Zn „unterfuß“ hatten schon bei der Jugendbonitur die besten Ergebnisse gebracht und erzielten auch bei der Ernte die höchsten Erträge. Dabei haben auch Bor und Zink einen speziellen Einfluss auf den Maisertrag.

 

Die Unterfußdüngung ist ein bewährtes Verfahren, um den jungen Maispflanzen einen guten Start zu ermöglichen und nicht - wie zu oft fälschlicherweise praktiziert - der Pflanze die gesamte Nährstoffmenge vorzulegen. Diese sollte sich an dem tatsächlichen Bedarf der Pflanzen in den ersten acht bis zwölf Wochen orientieren.


Stand: 21.12.2020