Aktuelle Ausgabe 04/2020

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Soja ist mit 55 % Anteil an der weltweiten Pflanzenölproduktion eine der wichtigsten Ölpflanzen. Bei der Entölung der Sojakörner fällt sehr proteinreiches und faserarmes Tierfutter an, das auf 65 % der hiesigen landwirtschaftlichen Betriebe eingesetzt wird.

Der Ruf nach gentechnikfreiem Futter wird immer lauter, zudem steigt auch die Bedeutung von Soja in der menschlichen Ernährung – ihr Anbau wird also immer interessanter.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Basis für eine erfolgreiche Sojaproduktion sind – unabhängig von der Region –zwei grundsätzliche Voraussetzungen:

  1. Ein gut etablierter und unkrautfreier Sojabestand
  2. Ein gleichmäßiger Feldaufgang in Kombination mit schneller Jugendentwicklung der Sojapflanzen: Dieses Ziel erreicht man durch cleveres Kombinieren von Saatstärken und Saatverfahren.

Die Einzelkornsaat ermöglicht eine exakte Ablage mit allen damit verbundenen Vorteilen. Ist eine Einzelkornsämaschine für Maissaat bereits im Betrieb vorhanden, muss diese für Soja umgerüstet werden: Man benötigt eine andere Säscheibe und auch mehr Säkörper. Die Drillsaat ist für den Betrieb daher oft praktischer, weil die Technik bereits komplett vorhanden ist.

Die Saatstärke bestimmt die Bestandesdichte: Ist diese optimal, wird der Bestand lückenlos, die Reihen schließen schnell, der erste Hülsenansatz ist nicht zu niedrig und es kommt i. d. R. nicht zu Lager. Auf der Versuchsstation der SAATEN-UNION in Bayern wurden mehrjährige und mehrortige Versuche mit einer Vielzahl von Sojasorten durchgeführt.

Die Ergebnisse in Kürze:

  • Die optimale Saatstärke für Süddeutschland sind 70 keimfähige Kö/m2 für die frühreifenden Sojasorten (Reifegruppe 000) und 65 keimfähige Kö/m2 für die Sojasorten späterer Abreife (00) ist
  • Saatverfahren: Einzelkorn- oder Drillsaat?
  • Der Versuch lieferte keine statistisch absicherbaren Unterschiede hinsichtlich Kornertrag und Qualität zwischen beiden Verfahren. Tendenziell lieferte die Einzelkornsaat jedoch mehr Hülsen/Pflanze, mehr Seitentriebe und etwas weniger Lager.
  • Ergebnisse aus süddeutschen Versuchen mit frühreifenden Sojabohnen (Reifegruppe 00 und 000) zeigen, dass für die Pflanzenentwicklung bei Einzelkornsaat der Reihenabstand von 28–42 cm optimal ist. Bei Drillsaat kann ein Absenken des Reihenabstandes auf bis zu 14 cm – je nach Sortenverzweigungsvermögen – durchaus Sinn machen und zu einem gut etablierten und ertragreichen Bestand führen.

Stand: 14.10.2020