Aktuelle Ausgabe 04/2019

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Viruserkrankungen im Getreide nehmen nachweislich zu bzw. "wandern" zunehmend in neue Regionen ein. Züchter können mit resistenten Sorten wirkungsvolle Instrumente zur Verfügung stellen, aber sie müssen die Verbreitung der Viren auch genau beobachten. Zur Datensammlung soll diese Monitoringaktion beitragen - machen Sie mit!

Virusbefall; Bild Munz
Virusbefall; Bild Munz
Sehr geehrte Landwirtinnen und Landwirte,

das bisherige Jahr 2019 hat uns erneut gezeigt, dass wir schon jetzt mit sehr warmen und regional auch sehr trockenen Sommern rechnen müssen. Auch wenn „Wetter“ natürlich nicht gleich „Klima“ ist, lässt sich trotzdem schon ein klarer Trend zu höheren Durchschnittstemperaturen und veränderten Niederschlagsmustern, sowie ein vermehrtes Auftreten von Extremwetterereignissen beobachten. Folgt man den Annahmen der Wissenschaftler des IPCC (im Deutschen oft als „Weltklimarat“ bezeichnet) wird diese Entwicklung weiter voranschreiten – allerdings regional sehr unterschiedlich ausgeprägt.


Diese Veränderungen beeinträchtigen unsere Kulturpflanzen nicht nur direkt durch Hitze und Trockenheit, welche den Ertrags- sowie den Qualitätsaufbau hemmen. Auch indirekt stellt dieser beobachtete Trend eine zunehmende Bedrohung für unsere Kulturpflanzen dar: So ist das Verbreitungsgebiet wärmeliebender Schadinsekten, je nach Studie, bis zu 2,7 km pro Jahr weiter in Richtung Norden gewandert. Außerdem verlängert sich der Zeitraum, in dem Schadinsekten in die Bestände fliegen, weiter in den Herbst. Besonders schädigend sind hierbei bestimmte Blattläuse sowie die Wandersandzirpe („Weizenzikade“), weil sie als Überträger der Viruskrankheiten BYDV (Gelbgerstenverzwergungsvirus bzw. barley yellow dwarf virus) und WDV (Weizenverzwergungsvirus bzw. wheat dwarf virus) in unseren Getreidebeständen gelten.


Wir als Züchter können über die Entwicklung resistenter Sorten ein wirksames Mittel gegen die Verbreitung dieser wirtschaftlich bedeutenden Viruserkrankungen zur Verfügung stellen. Daher haben wir ein großes Interesse daran, diese Entwicklung genauer zu beobachten.

Deshalb möchten wir ein deutschlandweites Monitoring dieser Viruserkrankungen organisieren, wofür wir Ihre Hilfe benötigen.

 

Schon jetzt danke ich Ihnen herzlich für Ihre Mithilfe!

 


 

Gegen die Verbreitung dieser Viruserkrankungen gibt es wirkungsvolle Maßnahmen:

  1. Angepasster Pflanzenschutz, d. h. Bekämpfung der Läuse als Virusvektoren
  2. Ackerbauliche Maßnahmen wie die Beseitigung „grüner Brücken“, spätere Saatzeiten bei Winterungen, frühere Saatzeiten bei Sommerungen etc.
  3. Resistente Sorten: Es stehen zunehmend Sorten mit wirkungsvoller BYDV-Resistenz zur Verfügung, auf Sicht auch gegen WDV.

 

Was können Sie tun?

  1. Halten Sie in Ihren Wintergerstenfeldern Ausschau nach „nesterartigem“ Auftreten „verzwergter“, gedrungener Pflanzen mit gelblich verfärbten Blättern oder/und Auftreten solcher Symptome entlang der Saatreihen.
  2. Kontaktieren Sie uns (Name/Anschrift bitte angeben): Telefon +49 511-72 666-286; monitoring@saaten-union.de
  3. Sie erhalten von uns einen frankierten Umschlag (adressiert an unserer Partnerlabor) mit Beutel für Pflanzenproben, Beschreibung zur Probennahme und Probenbegleitschein.
  4. Sobald wir von unserem Partnerlabor eine Rückmeldung zu der Probe erhalten, werden wir Sie über den Befallstyp in Ihrem Bestand informieren und bei ausreichender Stichprobenanzahl die Ergebnisse des Monitorings über unsere Internetseite publizieren.

     

Jan Röttjer

Produktmanager Getreide international

jan.roettjer@saaten-union.de

Telefon +49 511-72 666-286

Stand: 17.10.2019