Aktuelle Ausgabe 04/2019

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Mit dem Beginn der Sesshaftigkeit des Menschen begann auch die Nutzpflanzen-Selektion im Ursprungs­gebiet unserer heutigen Getreidearten, dem „Fruchtbaren Halbmond*“. Zu den Gründerpflanzen vor ca. 12.000 Jahren gehörte zunächst Einkorn, dann Emmer und Gerste. „Urgetreide” wie Dinkel, Emmer und Einkorn werden immer beliebter – einen Einblick in den Stand der Züchtung gibt Felix Buchholz, Produktmanager für Spezialgetreide.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Während die zielgerichtete, kommerzielle Weichweizenzüchtung auf gut 150 Jahre kommt, sind es in der modernen Einkorn- und Emmerzüchtung nur knapp 20 Jahre.

Von 50–100 Kreuzungen (20.000 Einzelpflanzen) schaffen es am Ende nur 2–3 Kandidaten in die amtliche Wertprüfung, wovon dann hoffentlich letztlich ein Stamm als Sorte zugelassen wird. Die Weichweizenerträge stiegen innerhalb der letzten 70 Jahre von 3 auf 8 t/ha. Natürlich ist dies teilweise auch den Entwicklungen in Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Düngung zuzusprechen. Aber dennoch gibt diese Ertragssteigerung eine Idee von dem Züchtungspotenzial bei Emmer und Einkorn. Zur Zeit aber liegen die Durchschnittserträge von Dinkel, Emmer und Einkorn deutlich unter denen des Winterweizens. Einkorn erreicht 45 %, Emmer 60 % und Dinkel knapp 75 % durchschnittlicher Weichweizenerträge.

Doch es gibt mittlerweile auch bei Urgetreide neuere Sorten mit erheblichem Zuchtfortschritt. Neben der Ertragsleistung sind die Zuchtziele vor allem eine reduzierte Pflanzenlänge bzw. eine verbesserte Standfähigkeit und eine verbesserte Backqualität.

Die natürliche Robustheit und Anspruchslosigkeit von Emmer und Einkorn bietet schon jetzt gute Voraussetzungen, mit möglichst wenig Pflanzenschutz und Düngung auszukommen.

Damit liegen diese Kulturarten voll im Trend!

 


Stand: 17.10.2019