Aktuelle Ausgabe 04/2019

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Zur Aussaat 2019 setzen viele Betriebe vermehrt auf Vielfalt, um pflanzenbaulichen Herausforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen zu begegnen. Der extrem nutzungsflexible Winterroggen konnte daher erhebliche Flächen zurückgewinnen. Und das hat gute Gründe, wie Fenja Luhmann, Produktmanagerin Hybridroggen, erläutert.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Die steigenden Roggenanbauflächen haben gute Gründe. Zum einen haben die Landessortenversuche der letzten zwei Trockenjahre erneut gezeigt, dass Hybridroggen in puncto Ertragsstabilität und -potenzial den anderen Getreidearten überlegen ist. Zudem bietet kein anderes Getreide eine größere Nutzungsflexibilität: sei es als Ganzpflanzensilage (GPS) für die Fütterung/Biogassubstrat, Körnerroggen für Brotroggen oder für die Schweine-/Rinderfütterung.


n den zurückliegenden Trockenjahren konnte Roggen-GPS auf vielen Betrieben die angespannte Versorgungslage beim Futter entspannen. Grundlage für eine gute Qualität ist eine passgenaue Produktionstechnik in Kombination mit optimalen Aussaat- und Ernteterminen. Flächendeckende Analysen zeigen aber regelmäßig ganz erhebliche Schwankungen in der Futterqualität. Eine Futteranalyse ist daher unerlässlich.


Oft stellt sich die Frage bei GPS: Roggen oder Triticale? Langjährige Versuche der Fachhochschule Kiel in Zusammenarbeit mit der SAATEN-UNION zeigten: In den beiden Trockenjahren 2028/2017 war Roggen selbst in Moosburg, einem Standort, an dem jahrelang die Triticale ertraglich dominierte, der Triticale in den Trockenmasseerträgen überlegen. Besonders in dem Dürrejahr 2018 punktete er mit guter Trockentoleranz.


Wichtig ist bei abnehmender Bedeutung des chemischen Pflanzenschutzes auch die Gesundheit der Kultur der Sorte. Während moderne Hybridroggensorten gesünder und standfester geworden sind, hat sich Triticale zu einer Intensivkultur entwickelt. Auch das spricht für Roggen.


Aktuelle Klimaszenarien prognostizieren für Mitteleuropa eine Zunahme der Frühsommertrockenheit. Unter diesen Bedingungen kann erwiesenermaßen der trockenresistente Roggen punkten – sowohl als GPS als auch in der Körnernutzung.


Stand: 17.10.2019