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Aktuelle Ausgabe 04/2017

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Sonderausgabe - Sonderausgabe Leguminosen
  • In der Praxis ist der hohe Vorfruchtwert von Ackerbohnen, Körnererbsen und Süßlupinen grundsätzlich bekannt und wird für die Fruchtfolge als wertvoll eingeschätzt. Trotzdem findet der Anbau dieser Kulturen seit Jahren bundesweit nur noch auf unter 100.000 ha und damit auf weniger als 1 % der Ackerfläche statt.
  • Nach einer deutlichen Anbauausweitung von Körnerleguminosen in den 1980er Jahren wurde die Züchtungsintensität bei Ackerbohnen deutlich intensiviert. Es wurden sowohl grundlegende Forschungen zum idealen Sortentyp als auch zum Pflanzentyp in die Wege geleitet: die Basis für die Leistungsfähigkeit heutiger Sorten.
  • Die Winterackerbohne ist in Europa eine fast unbekannte Kultur. Anbauschwerpunkt sind zurzeit England (30–50 Tsd. ha) und ein kleiner Teil in Nordwestfrankreich (10 Tsd. ha). Doch auch in Deutschland kann die Winterackerbohne sehr interessant werden!
  • Ackerbohnen stellen nur sehr geringe Ansprüche an die Bodenbearbeitung und Aussaat. Für eine kostengünstige Produktion sollten die Potenziale dieser Robustkultur genutzt werden.
  • Für Ackerbohnen wurden bislang Saatstärken von 35 oder bestenfalls 40 keimfähigen Körnern/m² empfohlen. Dabei spielten die vorhandene Aussaattechnik, die Höhe der Saatgutkosten und pflanzenbauliche Überlegungen wie die Standfestigkeit eine wichtige Rolle. Neue Ergebnisse zeigen, dass höhere Saatstärken pflanzenbaulich wie wirtschaftlich sinnvoll sind.
  • Auf vielen Standorten ist der Leguminosenanbau – auf die gesamte Fruchtfolge betrachtet – hochwirtschaftlich. Beim Anbau von Leguminosen sollte man sich rechtzeitig vor der Aussaat mit allen Fragen des Pflanzenschutzes beschäftigen, da die Auswahl an Pflanzenschutzmitteln begrenzt ist.
  • Leguminosen wie die Ackerbohne sind in der Lage, sich mit dem Nährstoff Stickstoff selbst zu versorgen. Die Grunddüngung mit Kalium und Phosphor sowie Schwefel, Magnesium und Spurenelementen sollte man jedoch nicht vernachlässigen.
  • Vielleicht einmalig in Deutschland ist die Kooperation zwischen Landwirtschaft, Beratung und Handel zur Förderung des Ackerbohnenanbaus und zur Optimierung der Vermarktung. Sie besteht in der niedersächsischen Elbmarsch seit 2009. Ein Gespräch mit Tjard Ommen (Pflanzenbauberater) und Torsten Stehr (Raiffeisen Weser-Elbe eG).
  • Das Ertragspotenzial verbesserte sich seit der Jahrtausendwende um ca. 10–15 dt/ha, überwiegend aufgrund einer verbesserten Produktionstechnik. Reicht dies aus, um die Bohne wieder für deutlich mehr Betriebe interessant zu machen, die zurzeit Ackerbohnen nur auf 0,1 % der Ackerfläche anbauen?
  • Mit zunehmendem Import von Sojabohnen bzw. -extraktionsschrot, das zu  günstigen Preisen auf den deutschen Markt gekommen ist, nahmen die Anbauflächen von Körnerleguminosen kontinuierlich ab. Durch hohe Sojapreise, die kritische Auseinandersetzung mit genveränderten Pflanzen und die Greening-Diskussion scheinen diese heimischen Eiweißpflanzen wieder interessanter zu werden.      
  • Die Erbse gehört zu den ältesten Kulturpflanzen, die schon sehr lange der menschlichen  Ernährung dient. In den letzten Jahrzehnten wurde sie zudem kontinuierlich zu einer Mähdruschfrucht entwickelt.
  • Ein erfolgreicher Erbsenanbau braucht ein sehr gutes Bodenmanagement, die Produktion von Körnererbsen ist generell anspruchsvoll. Unter anderem ist das ein Grund dafür, dass die Anbauflächen dieser Kultur in keinem Verhältnis zu ihrem ackerbaulichen Wert stehen.
  • und auch noch die Ökonomie stimmt, sollte man sowohl die Biologie relevanter Krankheiten und Schädlinge als auch die zugelassenen Pflanzenschutzmittel gut kennen. Genauso wichtig ist ein gutes Herbizidmanagement, um die Bestände weitgehend unkrautfrei zu halten.
  • Körnererbsen reagieren sehr empfindlich sowohl auf ein „Zuwenig“ an Kalium und Phosphor als auch auf ein „Zuviel“ an Stickstoff. Eine Düngung nach Bedarf ist daher sehr wichtig.
  • Die Agrar GmbH Manker ist einer der führenden Milchviehhalter in Brandenburg. Das ausgeklügelte Fruchtfolgesystem zeigt, dass der Fokus klar auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz liegt. Selbst produzierte Körnererbsen sind fester Rationsbestandteil für die Milchviehherde mit einem Leistungsschnitt von 11.000 Litern.
  • Der Anbau von frosttoleranten Wintererbsen wird zunehmend attraktiv, da neuere Sorte weitere Anbausicherheit versprechen.